16.03.2020 13:40 |

Debütalbum „Musik“

Moll trotzen Corona mit dem „Daheimbleib-Blues“

Momenten ändert sich der Stand der Dinge täglich. So auch für die Wiener Indie-Band Moll, die dieser Tage mit „Musik“ ihr Debütalbum veröffentlicht, es aber live nicht präsentieren kann. Extern davon setzt das Quartett mit dem „Daheimbleib-Blues“ aber ein Zeichen gegen das Virus und für das Miteinander.

Das geplante Debütalbum-Release-Konzert am 12. März fiel wegen des Corona-Virus ins Wasser. Moll-Mastermind Lukas Meschik saß also zuhause, anstatt Leute zu bespaßen und machte das Beste aus der vorhandenen Situation - einen zum derzeitigen Zeitgeist passenden Song namens „Daheimbleib-Blues“. Meschik nahm die Gitarre in die Hand, textete vor sich hin und nahm spontan am nächsten Tag spontan auf. Im Video dazu wird auch verraten, was mit dem ganzen Klopapier passiert.

„Geh scheißen, Corona“
Meschik im O-Ton: „Schauen wir einfach, dass wir uns die nächsten Wochen nicht alle auf einen Haufen schmeißen, dann pendelt sich alles bald wieder ein. Wird eine komische Zeit, aber überall - in Politik, Wirtschaft, Kunst, in der Medizin sowieso - werden vor Kreativität die Funken sprühen. Da kann man schon gespannt sein. Und wenn sich alle ein bissl bemühen, geht es glimpflich vorbei. Daheimbleiben ist cool, awkward Handshakes sowieso. Vielleicht schreib ich derweil noch ein Lied oder Buch. Geh scheißen, Corona.“

„Musik“ lautet der Titel des Debütalbums von Moll, dem Solo-Projekt von Schriftsteller Lukas Meschik, der sich nach drei Alben mit der Indie-Band Filou quasi selbstständig macht. Mit ein paar der besten Musiker Wiens wird dabei am schmalen Grat zwischen Schwermut und Augenzwinkern balanciert. Denn der Name ist Programm: Moll machen melancholische, nachdenkliche Lieder, weil es schön ist, über ernste Dinge zu singen, solange man sich dabei selbst nicht allzu ernst nimmt. Dabei fackeln ihre Songs nicht lange und kommen schnell zur Sache, sowohl textlich als auch musikalisch.

Melodien zum Mitsummen
Dass mit dem Bassisten ein ehemaliger Wiener Sängerknabe Backing-Vocals beisteuert, ist mit Sicherheit auch nicht verkehrt. Erzählt wird von Nachtspaziergängen („Moonwalk“), unmöglicher Liebe („Alles ungefähr“) und leichten Mädchen in schummrigen Lokalen („Mannequin“), vom sommerlichen Campen („Lagerfeuerlied“) und Marcel Proust („Die verlorene Zeit nach der Suche“). Moll ist eine Schriftsteller-Band im besten Sinne, man merkt es der Sprache an, die aus dem Vollen schöpft, und sich gleichzeitig nicht zu sehr in den Vordergrund spielt. Es sind ja immer noch Songs mit Melodien, die ins Ohr gehen und zum Mitsummen einladen, es ist ja immer noch „Musik“.

Noch geplant wäre ein Konzert im Wiener Porgy & Bess am 20. April. Mit einer Durchführung des Gigs sollte man aufgrund der momentanen Lage aber nicht rechnen.

Robert Fröwein
Robert Fröwein
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