16.03.2020 09:00 |

Haus D ausgeräumt

Uniklinikum wird zu zentralem Corona-Krankenhaus

Nachdem ein Anästhesist des Uniklinikums positiv auf Corona getestet worden war, ist auch seine Lebensgefährtin infiziert. Sie arbeitet ebenfalls in den SALK. Zahlreiche Personen sind nun isoliert. Am Sonntagabend wurde das Haus D des Uniklinikums ausgeräumt. Es wird das zentrale Corona-Krankenhaus Salzburgs. Kein Infizierter soll mehr in einer anderen Klinik liegen.

Der Anästhesist war bis Samstag, 7. März, auf Skiurlaub in Ischgl und arbeitete seit 8. März vier Tage im Salzburger Krankenhaus. Am Freitag um 20.30 Uhr lag sein positives Testergebnis vor. Das Uniklinikum und die Behörden reagierten sofort und ermittelten die Kontaktpersonen: 18 Patienten, 53 Pflegekräfte, 33 Ärzte, drei Flugsanitäter und ein Pilot befinden sich als Verdachtsfälle in Isolation. Von den möglichen Infizierten arbeitete am Samstag niemand mehr. Die Lebensgefährtin des Anästhesisten ist Krankenschwester auf der Frühchenstation: Auch sie ist mit dem Virus infiziert, wie gestern auf einer Pressekonferenz im Chiemseehof bekannt gegeben wurde. Konkret kommen vier Babys als Verdachtsfälle infrage: Eines ist lungenkrank und auf Beatmung angewiesen, ein zweites Kind hatte indes Kontakt mit beiden Elternteilen. Zur Risikoeinschätzung der Kinder verweist Primar Richard Greil auf die Statistiken. Bisher gibt es keinen bekannten Corona-Todesfall eines Unter-Vierjährigen. Bei Menschen unter 18 Jahren nimmt nur ein Prozent der Fälle einen schweren Verlauf.

LKH wird zentrales Corona-Krankenhaus
Der Betrieb im Uniklinikum ist sichergestellt. Das Krankenhauspersonal hat die betroffenen Stationen desinfiziert. Alle sind seit gestern Nachmittag wieder geöffnet. Und: Greil führt ab jetzt einen medizinischen Krisenstab zu Covid-19. Diesem sind alle Krankenhäuser im Bundesland unterstellt. Medizinische Güter werden nur noch über das LKH bestellt und verteilt. Personal kann flexibel zwischen den Krankenhäusern verschoben werden. Alle Corona-Patienten, die nicht zuhause bleiben können, kommen in das Uniklinikum.

„Wir errichten ein zentrales Covid-Krankenhaus. Das Haus D wird komplett ausgeräumt“, sagt SALK-Sprecher Wolfgang Fürweger. Die 2. Medizin, die Dermatologie, die Lungenabteilung und Teile der 3. Medizin übersiedeln. „Kein einziger Covid-Patient soll in einer anderen Klinik liegen. Daher richtet das Rote Kreuz an allen Krankenhäusern Sicherheitsschleusen ein.“ In diesen Zelten werden alle Patienten geprüft: Haben sie Fieber, waren sie in einem Krisengebiet, waren sie mit einem Infizierten in Kontakt? Wenn die Ergebnisse negativ ausfallen, wird der Patient in die internistische Notaufnahme weitergeleitet. Wenn nicht, kommt er ins Corona-Krankenhaus. „Wir lagern Leistungen aus. Das Unfallkrankenhaus wird die gesamte Traumaversorgung durchführen. Unsere Unfallchirurgen werden dort tätig sein. Das ist ein Beispiel für das zentrale Management der medizinischen Güter. Wir müssen genau wissen, was das UKH braucht“, sagt Fürweger.

Der Stand am Sonntagabend um 18.30 Uhr: 56 bestätigte Coronafälle in Salzburg. Indes stehen in den Bezirken 855 Quarantäne-Quartiere bereit: Internate der Landwirtschaftlichen Fachschulen, Berufsschülerheime sowie Unterkünfte in Tamsweg können betroffene Personen aufnehmen.

Christoph Laible
Christoph Laible
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