Außergewöhnlicher Job

„Weinmalerei ist Anarchie von Rotweinflecken“

Bernd Horak ist freischaffender bildender Künstler. In seiner Laufbahn hat er mit verschiedenen alternativen Farbmitteln wie Erde, Moos, Kaffee und Gewürzen gearbeitet. Bis er im Jahr 2003 begann, mit der „Farbe“ Wein zu experimentieren und darin seine Leidenschaft fand. Mittlerweile ist das „Vinorell“, die Malerei mit purem Wein, patentiert. „Somit evozierte das Experiment zu einer international namensrechtlich geschützten Kunstform“, erzählt Bernd Horak im City4U-Interview über seinen außergewöhnlichen Beruf.

„Als Alternative zur Ölmalerei und Mischtechnik suchte ich ab den Jahren 2003 nach einem ,Ursprung, an Farbe und begann mit der ,Farbe Wein zu experimentieren und den Farbstoff auch langfristig zu konservieren. Nach zahlreichen Fehlversuchen - da sich die Farbe Wein immer wieder auf den Leinwänden oder Papierarten auflöste, experimentierte ich mit einigen natürlichen Lasuren, die den Wein soweit wie möglich farbecht konservieren sollten. 2005 gelang es mir endlich, die Farbe Wein über Jahre haltbar zu machen. 2006 erfolgte die Anmeldung des sogenannten ,Vinorell‘“, erzählt Horak. Der Künstler verwendet für seine Kunstwerke vor allem schwere Weine, wie Barriqueausbau, Cuvee‘s oder sortenreine Rotweine und auch das Depot, den Bodensatz von Flaschen, Fässern oder Tanks.

Für den Rotwein als Farbe entschied er sich jedoch nicht, weil er ihn so gerne trank: „Weinmalerei betrieben in dieser Zeit kaum Künstler. Die Arbeit damit läßt sich aber hervorragend mit Ausstellern, Winzern und der Gastronomie verbinden. Aus meinem künstlerischen Aspekt heraus, ist Wein als Farbe ein sehr reduziertes Medium, weil es nur sehr feine Nuancierungen möglich macht. Man muss sozusagen mit einer minimalen Farbpalette auskommen“, beschreibt der Künstler. Während dem Malen mit Wein trinkt er übrigens nicht. Erst wenn das Werk gelungen ist, gönnt er sich den ein oder anderen Schluck.

Das Malen mit Wein ist nicht immer leicht, da die Konsistenz sehr dünnflüssig ist. Man brauche Geduld, Kalkül und vor allem das Wissen, wie diverse Weine auf den lasierten Malträger farbstofflich reagieren. „Letztendlich ist es eine Art der Anarchie von Rotweinflecken, die dann spontan zu einem Bildinhalt oder einer erzählerischen Komponente im Bild zusammengefügt werden.“ Eines von Horaks Lieblingsbildern ist die Vinorell-Variation des Letzen Abendmahls. Mittlerweile sind zudem auch schon zahlreiche Weinsammler auf ihn aufmerksam geworden, die ihm ihre Lieblingsweine wie Chateau Lafite aus dem Jahr 1964 oder Rothschilds aus den 50er Jahren schickten, die er vor der Arbeit natürlich verkosten durfte.

März 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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