21.07.2010 14:57 |

"Unfähig und brutal"

Grazer FPÖ-Chef bezeichnet Grüne als "Faschisten"

Mario Eustacchio, Grazer FPÖ-Chef, nimmt im Interview mit der "Steirerkrone" kein Blatt vor den Mund. Die Grünen unter Lisa Rücker bezeichnet er gar als Faschisten des 21. Jahrhunderts, weil sie "unfähig sind, in den Dialog mit Andersdenkenden zu treten und vermeinen, die Wahrheit für sich allein gepachtet zu haben". Siegfried Nagl ist für Eustacchio ein Wohlfühl-Bürgermeister, der sich nicht um die wahren Probleme der Grazer schert.

"Krone": Schwarz/Grün regiert Graz seit zwei Jahren. Wie fällt Ihr Resümee aus?
Mario Eustacchio: Katastrophal! Darum fordere ich Neuwahlen zum frühestmöglichen Zeitpunkt, also im November. Wir brauchen eine Politik mit Hausverstand.

"Krone": Was passt Ihnen nicht?
Eustacchio: Schwarz/Grün agiert zum Schaden der Stadt Graz. Man braucht sich nur die Schuldenlast von über einer Milliarde Euro anzusehen. Oder nehmen Sie die Umweltzone her. Die bringt so gut wie nichts im Kampf gegen den Feinstaub, kostet Jobs und schadet der Wirtschaft. Die ÖVP unterstützt alle Projekte der Grünen, seien sie noch so skurril. Dafür geben die Grünen den Mehrheitsbeschaffer für die Schwarzen ab, die, zum Beispiel in der Graz AG, ihre Postenschachereien durchziehen. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Faschismus des 21. Jahrhunderts grün ist.

"Krone": Sie bezeichnen die Grünen als Faschisten!?
Eustacchio: Die Grünen sind unfähig, mit Andersdenkenden in den Dialog zu treten. Die Grünen vermeinen, dass sie die Wahrheit für sich allein gepachtet haben. Das erinnert mich an die unsäglichen Zeiten des vorigen Jahrhunderts. Es ist unerhört, mit welcher Brutalität die Grünen gegen die Wirtschaft, die Innenstadt, die Autofahrer usw. agitieren.

"Krone": Die ÖVP unter Bürgermeister Siegfried Nagl ist Ihnen lieber?
Eustacchio: Nagl versucht sich als Wohlfühl-Bürgermeister darzustellen. Dort, wo es Probleme gibt, schaltet er sich nicht selbst ein. Nagl will sich zu Lebzeiten Denkmäler setzen, etwa in Graz-Reininghaus. Die wirklichen und essenziellen Probleme der Stadt greift er nicht auf.

"Krone": Welche Probleme hat Graz Ihrer Meinung nach?
Eustacchio: Natürlich die enorme Schuldenlast von über einer Milliarde Euro. Die Kriminalität und die Ausländerproblematik sind weitere Baustellen in der Stadt. Unter Nagl und Lisa Rücker ist die Stadt führungslos. Ich erinnere auch daran, dass unter Schwarz/Grün so viele Regierungsmitglieder wie nie zuvor ausgetauscht wurden: Werner Miedl und Eva Maria Fluch in der ÖVP. Bei den Roten musste Wolfgang Riedler gehen und Elke Edlinger bleibt nur bis Herbst. Fairerweise muss ich da auch die FPÖ aufzählen, weil ich ja Susanne Winter abgelöst habe.

"Krone": Die Krise der SPÖ kann Ihnen als FPÖ-Chef aber doch nur recht sein.
Eustacchio: Politisch ja, aber für die Stadt Graz ist es ein Desaster, weil die SPÖ nur gegen ihre Auflösung kämpft und ihre Ressorts nicht mehr verantwortlich führen kann.

"Krone": Der Verdacht liegt nahe, dass Ihre Neuwahlforderung nur ein Ablenkungsmanöver ist. Die Umfragen für die Landtagswahl sehen für die FPÖ nicht so gut aus.
Eustacchio: Ich sehe das losgelöst vom Landtagswahlkampf. Als Stadtparteichef und Stadtrat geht es mir um die Interessen von Graz. Aber das Land ist natürlich ein entscheidender Faktor für die Lösung der Grazer Probleme! Das Land stellt sich mit der Wahl im September neu auf. Auch in Graz müssen neue politische Rahmenbedingungen her. Die finanzielle Schieflage ist ja sowohl in der Stadt als auch im Land eine der großen Herausforderungen für die Zukunft.

von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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