21.07.2010 11:07 |

Missbrauch in Kirche

Opfer-Plattform will Volksbegehren durchführen

Die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt" fordert die Einrichtung einer unabhängigen staatlichen Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen. Sollte diese Forderung durch die Politik nicht erfüllt werden, überlege man, im Herbst ein Volksbegehren durchzuführen, erklärte ein Sprecher am Mittwoch. Er ortet "große Zustimmung und gute Chancen".

Zudem will die Opfer-Plattform für die Betroffenen eine Entschädigung, "die diesen Namen auch verdient" und die Öffnung von Kirchenarchiven. Generell sollte man die Rolle der katholischen Kirche im Staat überdenken und ihr die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nicht allein überlassen, meinte der Sprecher.

"Politik an Verantwortung erinnern"
"Das Volksbegehren hätte Potenzial und würde die Politik an ihre Verantwortung erinnern", zeigte er sich überzeugt. Die Unterstützung sei groß, von 100.000 Unterschriften könnte ausgegangen werden. Die Durchführung wäre "frühestens" für Herbst vorstellbar: "Das Volksbegehren kommt dann, wenn es keine unabhängige Kommission gibt, wenn der Staat seiner Verantwortung nicht nachkommt. Dann wäre das sinnvoll."

Ebenfalls im Herbst könnte die Plattform eine bereits angekündigte Klage gegen Diözesen - "denen man ein Versagen, Unterlassen, Vertuschen nachweisen kann" - einbringen. Derzeit sei man in Verhandlung mit einem Prozessfinanzierer, um das Risiko für Betroffene abzudecken. Bei der Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt" haben sich seit Einrichten der Hotline im Frühjahr 308 Personen gemeldet, 206 haben um rechtliche Unterstützung gebeten.

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