06.03.2020 07:42 |

Mobilitätsreport 2019

Wiens Fußgänger sind nicht zum Teilen aufgelegt

Beim Thema Teilen tun sich Wiens Fußgänger etwas schwer, wie unter anderem aus dem Mobilitätsreport 2019, der nun veröffentlicht wurde, hervorgeht. Denn kombinierte Verkehrsflächen, die auch von Fahrradfahrern und E-Scooter-Lenkern benutzt werden, gelten als Problem. Und auch in puncto Grünphasen gibt es etwas zu bemängeln. Etwas anders sieht das allerdings aus, wenn sich die Wienerinnen und Wiener auf das Fahrrad schwingen.

Die Lust am Zu-Fuß-Gehen ist im Vergleich zum Jahr davor auch etwas zurückgegangen, allerdings befindet sich die Zufriedenheit dennoch auf einem weiterhin sehr hohen Niveau. 82 Prozent der Wiener gehen gern zu Fuß, doch Verbesserungspotenzial ist vorhanden.

Längere Grünphasen, mehr Sitzmöglichkeiten
So wurde seitens der Befragten der Wunsch nach Gehwegen geäußert, die alleine den Fußgänger vorbehalten ist und man sich nicht mit Fahrrädern - oder den auf Radwegen inzwischen ebenfalls anzutreffenden E-Scootern - teilen muss.
Auch längere Grünphasen bei Fußgängerampeln stehen auf der Wunschliste, ebenso wie mehr Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Mit Breite der Gehsteige sind die Wiener Spaziergänger hingegen zufrieden.

77 Prozent gehen täglich mehr als zehn Minuten zu Fuß
Insbesondere in jenen Bezirken, in denen die Bevölkerung stark wächst, muss Zu-Fuß-Gehen einfacher und angenehmer gestaltet werden. Denn ohne Anstieg beim Rad- und Fußverkehr können die Klimaziele der Stadt nicht erreicht werden, forderte die Fußverkehrsbeauftragte Petra Jens in einer Stellungnahme. Die Fortbewegungsart gehört in Wien definitiv zum Alltag: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Bevölkerung legen täglich Fußwege von mehr als zehn Minuten zurück.

Beim Radfahren steigen sowohl die Zufriedenheit als auch die Bereitschaft, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu nutzen, stetig an, wie der Mobilitätsreport zeigt. 20 Prozent der Stadtmenschen radeln mehrmals pro Woche - und sie fühlen sich dabei offenbar sicher. Im Jahr 2012 stimmten 52 Prozent der Aussage „Ich fühle mich als Radfahrende/r in Wien sicher“ zu, im Jahr 2019 waren es 76 Prozent. „Radinfrastruktur und Bewusstseinsbildung wirken. Die hohe Zufriedenheit mit den Radfahrbedingungen ist eine Voraussetzung für mehr Radverkehr in Wien“, zeigte sich Martin Blum, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Wien, überzeugt.

„Darauf werden wir uns aber nicht ausruhen“
„Es ist erfreulich, dass die Wienerinnen und Wiener das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren in der Stadt positiv sehen. Darauf werden wir uns aber nicht ausruhen“, sagte Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne): „Im Gegenteil: Da sie viel Wert auf klimafreundliche Fortbewegung legen, sehe ich das als Auftrag, die Straßen noch sicherer und angenehmer zu gestalten, damit noch mehr Menschen auf klimafreundliche Fortbewegungsmittel umsteigen.“

Der Mobilitätsreport ist eine kombinierte Befragung der Stadtbewohnerinnen und -bewohner zum Rad- und Fußverkehr. Er basiert auf der Auswertung von 1500 persönlichen Interviews. Darüber hinaus wurden 950 Personen telefonisch und online befragt. Durchgeführt wurde die Studie vom Markt- und Meinungsforscher Peter Hajek im Auftrag der Wiener Mobilitätsagentur.

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