06.03.2020 06:00 |

Top-Polizist im Visier

Maulwurf-Razzia: Die Spur führt in die FPÖ

Die Maulwurf-Jagd im Innenministerium wird zum Krimi. Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft führt die Spur in höchste blaue Politkreise. Der ungeheure Verdacht: Ermittlungsinhalte bzw. Akten wurden an die FPÖ-Spitze verraten! Alles dreht sich um Chat-Protokolle auf einem bei der einstigen Parteispitze von der Soko Ibiza beschlagnahmten Handy.

Telefonüberwachung, Datenauswertung und schließlich sogar eine Razzia im Herzen der landesweiten Kriminalitätsbekämpfung, dem Bundeskriminalamt (BK) in Wien. Im Auftrag der Justiz fahren die Korruptionsjäger auf der Suche nach einem Informationsleck direkt im Innenministerium aus der Amtszeit des blauen Ex-Ministers Herbert Kickl (FPÖ) schwere Geschütze auf. Der heikle Fall rund um den Verdacht des Amtsmissbrauchs und des Geheimnisverrats hat oberste Priorität.

Den Stein ins Rollen brachten die Ermittlungen der Soko Ibiza. Genauer gesagt: die ausgewertete Kommunikation auf zumindest einem der beim gestürzten FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und dessen einstigem Parteifreund, dem früheren Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus, sichergestellten Handys. Nachrichten auf diesem Smartphone sollen direkt zu einem früheren Mitarbeiter im Kickl-Kabinett führen.

Verdacht gegen hoch dekorierten Polizisten
Wie berichtet, fällt der Schatten des Verdachts der Staatsanwaltschaft auf einen hoch dekorierten Top-Polizisten. Der noch nicht suspendierte Jurist - nach einem Urlaub seit Freitag im Krankenstand - wird beschuldigt, der FPÖ-Spitze Akten bzw. Ermittlungsergebnisse in laufenden Amtshandlungen zugespielt zu haben. Derzeit werden sein beschlagnahmtes Dienst-Handy und ein Laptop ausgewertet.

Er selbst streitet die Anschuldigungen über seinen Anwalt Martin Nemec freilich energisch ab, zeichnet vielmehr ein Bild von politischer Verfolgung aufgrund seines damaligen Engagements. Die Vorwürfe würden sich jedenfalls aufklären und in Luft auflösen. Indes laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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