21.07.2010 09:37 |

Belastungstest

Drei-Schluchten-Damm übersteht Megaflut

Der riesige Drei-Schluchten-Damm in Zentralchina hat den größten Belastungstest seit seiner Fertigstellung im Jahr 2008 überstanden. Die Flut erreichte am Dienstag oberhalb des Dammes am Jangtse-Strom 70.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, was ungefähr einem Fünftel des täglichen Wasserverbrauchs in Wien (375.000 Kubikmeter) entspricht. "Der Spitzendurchfluss ist hoch, hat aber die vorgesehene Kapazität von 100.000 Kubikmetern pro Sekunde nicht überschritten", meinte ein Sprecher.

Flussabwärts strömten am Dienstag früh 40.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab. 1998 erreichte die Flut am Jangtse 50.000 Kubikmeter pro Sekunde. Damals riss das Hochwasser 4.150 Menschen in den Tod, 18 Millionen Chinesen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Die südwestchinesische Metropole Chongqing, in unmittelbarer Nähe des Dammes, hatte am Montag einen Notfallplan in Kraft gesetzt. Die Behörden wollten mehr als 16.000 Menschen aus dem Distrikt Hechuan in Sicherheit bringen, nachdem am Wochenende bereits 16.000 Einwohner ihre Häuser verlassen mussten.

Städte von Außenwelt abgeschnitten
In der Nachbarprovinz Sichuan verzeichnete die Stadt Guang'an die schlimmste Flut seit 1847, mehr als 250.000 Menschen waren betroffen. In den vergangenen drei Tagen kamen bei Überschwemmungen und Erdrutschen in Sichuan mindestens 26 Menschen ums Leben, mehr als 40 galten als vermisst. Am Montag waren mehrere Städte wegen Überflutung von der Außenwelt abgeschnitten.

Am größten Wasserkraftwerk der Welt wird seit 1993 gearbeitet, seit 2008 produziert der Drei-Schluchten-Staudamm Strom. Der Damm ist 185 Meter hoch, das Reservoir hat eine Länge von rund 600 Kilometern.

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