05.03.2020 13:00 |

Zur Rettung aus Seenot

Tiroler Tüftler entwickelte einen „Schiffsairbag“

Aufhorchen lässt ein Kirchberger, der ein System entwickelt hat, um Menschen auf hoher See vor dem Ertrinken zu retten. Mit einer einfach klingenden Idee könnten künftig Menschenleben gerettet werden. Die Chancen, dass diese technische Novität für die globale Schifffahrt patentiert wird, stehen nicht schlecht.

Es war am späten Abend des 29. Mai 2019, als sich das Unglück ereignete, zwar nicht auf hoher See, aber auf der Donau in Budapest: Innerhalb von nur sieben Sekunden sank das 27 Meter lange Ausflugsschiff „Hableany“ (Nixe) auf Höhe des ungarischen Parlaments, nach dem es mit einem größeren Flusskreuzfahrtschiff kollidierte. Von den insgesamt 33 an Bord befindlichen südkoreanischen Passagieren sowie zwei Besatzungsmitgliedern überlebten nur sieben Personen das Unglück.

Ein System, um nicht in Seenot zu geraten
Dieses Horrorszenario war ausschlaggebend für den aus Kirchberg stammenden Franz Pletzer, sich akribisch mit seiner Idee für ein noch nie verwirklichtes Sicherheitssystem für die Schifffahrt zu befassen. Der 65-jährige pensionierte Bohrmeister ist ein technikaffiner Tüftler, der in der Umsetzung seiner Idee alle Eventualitäten miteinbezieht. Im Gespräch mit der „Krone“ gibt er sich bei technischen Einzelheiten seiner Erfindung aber bedeckt, da er ja noch kein Patent auf diese erhalten hat. „Nach diesem schrecklichen Vorfall in Budapest wurde mir so richtig bewusst, dass es noch keine Lösungen gibt, um das Sinken eines Schiffes zu verhindern“, betont Franz Pletzer.

Aktuell hat er seine Idee eines „Schiffsairbags“ bereits für Ausflugsschiffe auf Flüssen und Seen, sowie bei Privatjachten und Motorbooten umgesetzt. „Eine Lösung, wie das bei Hochseeschiffen funktionieren kann, habe ich jedoch noch nicht“, erklärt der Unterländer „Daniel Düsentrieb“.

Sicherheit, kompakt und automatisiert
Zwar gibt bereits ein Gebrauchsmuster einer chinesischen Erfindung, die aber noch nicht konstruiert wurde. Dieses System, das von strombetriebenen Luftkompressoren über Leitungen funktioniert und händisch aktiviert werden muss, um die mit Gas gefüllten Airbags aufzublasen, hat aber mit der Idee von Franz Pletzer wenig zu tun. „Meine Entwicklung funktioniert autark von externen Energiequellen und zudem muss kein Mensch Hand anlegen. Im Falle einer Kollision oder eines Unfalles auf See geschieht hier alles vollkommen automatisiert.“

Beim Eintreten von Wasser in die Hohlräume des Schiffsrumpfes geben Steuerungen den Impuls an kompakte Boxen ab, in welchen sich Ballone, die so genannten „Airbags“, befinden. Diese blasen sich in wenigen Sekunden auf und füllen die unter der Wasserlinie liegenden Räume wie eine „Luftblase“. Dadurch wird weiteres Hereinströmen von Wassermassen, die das Schiff zum Sinken bringen würden, verhindert.

Möglichkeit auf eine Patentierung besteht
Von Seiten des Patentamtes in Wien konnte die „Krone“ in Erfahrung bringen, dass anhand des chinesischen Gebrauchsmusters die Grundidee schon einmal veröffentlicht wurde. Aber dazu heißt es weiters: „Wenn Herr Pletzer spezielle technische Ausführungen entwickelt hat, die etwas Neues und Spezielles in dieser Idee darstellen, dann könnte er schon ein Patent bekommen.“ Franz Pletzer will nun alles erdenklich Mögliche in die Wege leiten, damit seine tolle Idee auch wirklich zur rettenden Realität wird.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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