Shitstorm

Britische Dragqueens lesen in Kindergärten vor

Noch immer sind homo-, bi oder transsexuelle Kinder und Teenager in Schulen Anfeindungen und Mobbing ausgesetzt. Auch wenn sich die Zeiten zum Glück gebessert haben, gibt es noch immer einige Menschen, die mit der sexuellen Identität von anderen ein Problem haben. Das wissen auch die Mitglieder von „Drag Queen Story Time“. Um diesen Umstand zu ändern und Vorurteile abzubauen, gehen diese Dragqueens aus Großbritannien in Schulen und Kindergärten, um den Kindern Geschichten vorzulesen. Ein Shitstorm ist jedoch die Folge.

„Drag Queen Story Time“ zielt darauf ab, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Kinder, Lehrer und Eltern auf unterhaltsame und ansprechende WEise auf die LGBTIQ-Darstellung treffen können. So unvoreingenommen und vorurteilsfrei wie Kinder sind Erwachsene nicht mehr, deswegen ist es wichtig, dass sie bereits in jungem Alter in Austausch mit LGBTIQ-Angehörigen treten. Immerhin soll es für die nächsten Generationen ganz normal sein, wenn sich zum Beispiel jemand als genderfluid bezeichnet.

Dass Kampagnen dieser Art Früchte tragen, zeigt auch eine Studie aus den USA. In dieser bezeichneten sich nämlich weniger als 50 Prozent der befragten Jugendlichen als heterosexuell. Ein Beweis dafür, dass sich das Schwarz-Weiß-Denken der früheren Generationen langsam aber sicher auflöst. Organisationen wie „Drag Queen Story Time“ tragen dazu bei. Mittlerweile war der 2017 gegründete Verein in Schulen, Kindergärten und Festivals in ganz Großbritannien eingeladen. Das Magazin „The Big Issue“ hat die Dragqueens sogar in die Top-100 der größten Changemakers des Jahres 2020 gereiht.

Trotz des großen Erfolgs und Zuspruchs gibt es noch immer Personen, denen transsexuelle Menschen oder Dragqueens in Kindergärten ein Dorn im Auge sind. So wurde ein Mitglied des Vereins, nachdem er in einer Grundschule eine Geschichte vorgelesen hatte, öffentlich diffamiert. Empörte Eltern haben nämlich in den Social-Media-Accounts des Mannes gewühlt und dabei einigen Content gefunden, der nur für Erwachsene bestimmt ist. Sein Privatleben, das nichts mit seiner Tätigkeit bei „Drag Queen Story Time“ zu tun hat, wurde zum Anlass genommen, das ganze Projekt in Frage zu stellen. Ein Shitstorm folgte, auch der Direktor, der die Travestiekünstler eingeladen hatte, war davon betroffen.

Doch davon lassen sich die britischen Vorlesedamen nicht unterkriegen. Die britische Drag-Szene möchte ihr Talent und Können nämlich auch in den Bildungsbereich integrieren, um dort Unterschiede auf positive Weise einzuführen. Denn wenn die Kinder positiv mit Unterschieden vertraut gemacht werden, werden sie auch positiv darauf reagieren - auch in Zukunft.

März 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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