19.07.2010 16:56 |

Für BM zu viel los

Kommt Eventverbot in der Innsbrucker Prachtstraße?

Der Innsbrucker Stadtsenat diskutiert am Dienstag ein "Veranstaltungsverbot" in der Maria-Theresien-Straße. "Das war immer wieder ein Thema, nun haben wir beschlossen, Richtlinien für Events zu erlassen", argumentiert Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, "und dabei gehen wir einen restriktiven Weg, denn es sollen möglichst wenige stattfinden."

Zuletzt häuften sich die kommerziellen Anfragen - aber es könne nicht sein, dass fast täglich irgendjemand irgendetwas in Innsbrucks Prachtstraße anbiete und präsentiere. "Da haben wir andere Plätze. Die Maria-Theresien-Straße soll Shopping-, Flanier-, Besuchs- und Entspannungsmeile sein", ergänzt die Stadtchefin. Natürlich seien große Events wie etwa Christkindlmarkt oder Stadtlauf ausgenommen, es gehe primär um kommerzielle Dinge. Mit dieser Richtlinie möchte die Bürgermeisterin ab sofort diversen Events ein Qualitätsriegel vorschieben.

Grüne: Verbot ist kleinkarierter Akt
Die Grünen sehen im Verbot, das auch Großmärkte, Parteiveranstaltungen, Info-Stände von NGOs oder Religionsgemeinschaften, karitative Stände oder Staffeleimaler nicht mehr sehen will, einen kleinkarierten Akt. Vor allem, weil auch bei genehmigten Events die "verschiedenen Einrichtungen wie Tische, Schränke oder Stühle farblich und typologisch aufeinander abgestimmt sein sollen". Da entstehe eine "pingelige Aufgeräumtheit, die zum Kotzen ist", wettert Klubobmann Gerhard Fritz.

Für das Bunte, Vielfältige, auch Konfliktgeladene sei dann kein Platz mehr - aber gerade das mache Stadt aus.

Weiteres Problem: Fahrradmassen
Auch ein anderes Thema in der Straße sorgt bei der Bürgermeisterin für Unbehagen - die Fahrräder. Dass viele durch die Prachtstraße fahren würden, störe sie zwar auch, aber bei weitem nicht so wie die Zweckentfremdung als Abstellplatz. "Das erreicht Dimensionen, die nicht mehr zu akzeptieren sind."

Eine Lösung hat Oppitz-Plörer noch nicht, "aber es besteht dringender Handlungsbedarf". Zusätzliche Abstellplätze in Nebenstraßen könnte sich die Bürgermeisterin vorstellen. Nur: Ob die dann genützt werden, ist eine andere Geschichte. Und wie exekutiert man ein Abstellverbot?

von Stefan Ruef, Tiroler Krone
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