02.03.2020 09:23 |

„Krone“-Kommentar

Angst verbreitet sich schneller als das Virus

Es hat ja kommen müssen. Aber dann ist es doch rascher gegangen als erwartet. Ein schrilles, mit viel öffentlichem Geld gefördertes Online-Produkt aus Österreich war es, das am Sonntagvormittag einen möglichen Zusammenhang mit dem Coronavirus und Migranten konstruiert hat.

Unter Hinweis auf einen anonymen „Geheimdienst-Insider“ haben die digitalen Trolle von der Wiener Innenstadt aus ihre Botschaft verbreitet. Eine dubiose Meldung, die nicht der Information dient, sondern der bloßen Aufwiegelei und Verbreitung einer Atmosphäre der Panik.

Das ist in der gerade alles andere als einfachen Lage, in der sich die Angst schneller verbreitet als das Virus, in höchstem Maß verantwortungslos. Regierung und Parlament sollten sich bald etwas einfallen lassen, wie diesem groben Unfug beizukommen wäre.

Wenn unter Umständen zwei oder mehr komplexe Fragen zusammenkommen, muss mit ruhigem Blut nach adäquaten Lösungen gesucht werden. Beispielsweise umgehend ausreichend Aufnahmekapazitäten für eine ordentliche medizinische Versorgung in den grenznahen Regionen zu schaffen. Also präzise Planung und logistische Maßnahmen statt martialischer Kriegsrhetorik, mit der keinem geholfen ist.

Die kommenden Tage, Wochen und vielleicht Monate werden zeigen, wie krisenfest die türkis-grüne Regierung ist. Mit stark klingenden Worten alleine werden sich die Herausforderungen nicht bewältigen lassen. So viel steht fest.

Claus Pándi, Kronen Zeitung

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