22.02.2020 09:00 |

SORA-Umfrage

Tiroler sehen Auswirkung von Zuwanderung positiver

Das SORA Institut hat im Auftrag des Landes Tirol die Tiroler Bevölkerung nach ihrer Stimmungslage zum Thema Zuwanderung abgefragt. Dabei zeigte sich, dass die Tiroler die Auswirkungen der Zuwanderung im Vergleich zur letzten Umfrage dieser Art im Jahr 2017 nun eher positiver sehen. Einer zusätzlichen Zuwanderung stehen die Tiroler aber eher skeptisch gegenüber.

„2016 war sehr geprägt von Fluchtbewegungen. Der Diskurs war damals einseitig und hitzig“, meinte Integrationslandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) am Freitag bei der Präsentation der Studie in Innsbruck. Da sich die Situation seit damals aber veränderte, wollte man nun noch einmal die Stimmungslage in der heimischen Bevölkerung abfragen, so Fischer. Dabei habe sich gezeigt, dass sich vor allem der enge Austausch und Kontakt zwischen Zugewanderten und Einheimischen positiv auswirke, meinte die Landesrätin.

„Gewisse Ermmüdung in der Bevölkerung“
Bei der Einstellung der Tiroler zur Zuwanderung gebe es zwei Aspekte, erklärte SORA-Geschäftsführer Christoph Hofinger. Einerseits gebe es den Blick auf diejenigen, die bereits hier sind. Dieser sei relativ unverändert und eher positiv. Andererseits gebe es die Frage, wie viele noch kommen können, da seien die Tiroler eher skeptisch eingestellt. So stimmten 52 Prozent der Befragten der Aussage, dass die Grenzen dicht gemacht werden sollen, zu. Auch, dass Österreich verpflichtet sei Flüchtlinge aufzunehmen, erntete nun weniger Zustimmung als noch 2017. „Hier kann man eine gewisse Ermüdung der Bevölkerung ausmachen“, sagte Hofinger.

Zusammenleben mit Flüchtlingen überwiegend positiv
Das Zusammenleben mit den Flüchtlingen, die bereits hier sind, sahen die Tiroler jedoch überwiegend positiv. 59 Prozent beurteilten es als „sehr gut“ oder „ziemlich gut“. In jenen Gemeinden, in denen tatsächlich Flüchtlinge leben und die Bevölkerung bereits Erfahrungen mit ihnen gesammelt hat, wird das Zusammenleben noch positiver bewertet, so Hofinger. Die Anzahl jener, die eine rein negative Einstellung zu Flucht bzw. Asyl haben, sei in den vergangenen zwei Jahren jedoch auch gestiegen und liege nun bei 38 Prozent (2017: zehn Prozent). 40 Prozent der Tiroler haben jedoch nach wie vor eine rein positive Einstellung zu Flucht und Asyl.

Die Angst vor dem Unbekannten
Der Kontakt mit Zugewanderten sei 2017 noch relativ gering gewesen, dieser sei nun sowohl bei der Arbeit, in der Freizeit und auch in der Nachbarschaft angestiegen. „Der Kontakt mit Zugewanderten wird in Tirol immer mehr zur Alltagserfahrung“, sagte Hofinger. Dadurch werde auch die Einstellung positiver. „Die Menschen haben vor allem vor dem Unbekannten Angst“, erläuterte der SORA-Geschäftsführer. Landesrätin Fischer sah deshalb einen Schlüssel zur Integration vor allem auch über den Zugang zum Arbeitsmarkt. „Daran werden wir noch arbeiten müssen“, meinte sie.

701 Tiroler wurden befragt
Für die Zukunft ortete Hofinger eher eine noch steigende Akzeptanz der Zuwanderer. „Es gibt im Großen und Ganzen einen Gewöhnungseffekt“, meinte er. Sollte es aber zu Wirtschaftskrisen kommen, könnte das Pendel auch wieder in die andere Richtung ausschlagen. Für die Studie wurden im November und Dezember des vergangenen Jahres insgesamt 701 Tiroler ab 16 Jahren befragt.

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