16.07.2010 13:17 |

Macheten-Attacke

Von Polizisten Angeschossener bereits ansprechbar

Jener 43-jährige Wiener, der am Mittwochabend von WEGA-Beamten angeschossen und zunächst lebensgefährlich verletzt worden war, dürfte bereits wieder ansprechbar und auf die Normalstation verlegt worden sein, wo sein Zimmer von einem Polizisten bewacht wird. Das Wiener AKH bestätigte offiziell lediglich einen "normalen Verheilungsverlauf" des Mannes.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Wien ihre Ermittlungen aufgenommen. Zum einen gegen den angeschossenen Wiener wegen gefährlicher Drohung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung. Zum anderen gegen die vier Wega-Beamten wegen schwerer Körperverletzung, sagte Thomas Vecsey, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Außerdem habe man ein Schießgutachten in Auftrag gegeben. Mit einem Ergebnis sei frühestens in sechs bis acht Wochen zu rechnen, so der Sprecher.

Wann die Polizei den Verletzten einvernehmen wird, war am Freitag noch unklar. Eine Befragung könne erst nach Rücksprache mit den Ärzten erfolgen, sagte Polizeisprecherin Iris Seper.

Streit rund um korrekten Umgang mit Mistkübeln eskalierte
Am Mittwochnachmittag war in der Lassallestraße in der Leopoldstadt ein zunächst harmloser Streit zwischen Nachbarn, betreffend den korrekten Gebrauch der Mistkübel, eskaliert. Im Zuge der Auseinandersetzung "bewaffnete" sich ein Nachbar mit einem Holzstock, woraufhin der 43-jährige Verdächtige zurück in seine Wohnung ging und ein Messer, einer Machete ähnlich, holte. Als herbeigerufene Streifenpolizisten den Mann zur Rede stellen wollten, hatte sich dieser bereits in die Wohnung zurückgezogen. Auf Klopfen und Rufe reagierte er nicht. Die Beamten alarmierten zur Verstärkung die WEGA.

Als die vier Beamten der Sondereinheit nach dem Eintreffen die weitere Vorgehensweise besprachen, kam der Wiener plötzlich unerwartet aus der Tür und schlug auf eine Streifenpolizistin fünfmal mit seinem Messer im Schulterbereich ein. Nachdem ein Taser-Einsatz beim Angreifer keine Wirkung zeigte, griffen die Wega-Kräfte schlussendlich zur Waffe.

Polizisten setzten Randalierer mit vier Schüssen außer Gefecht
Drei Beamte gaben laut Angaben der Polizei insgesamt vier Schüsse ab, die zu Verletzungen am Hals, an der Brust und an den beiden Oberschenkeln führten. Vermutlich dürfte eine Kugel den Hals durchschlagen haben, eine weitere die beiden Oberschenkel, die dritte blieb im Brustkorb stecken. Die vierte verfehlte den Mann und traf den Türstock.

Der angeschossene Wiener wurde nach seiner Einlieferung im AKH notoperiert, die Polizistin wurde leichter verletzt und ebenfalls in einem Krankenhaus behandelt. Die WEGA-Beamten gaben bei ihrer Befragung durch das Bundesamt für Korruptionsprävention und -bekämpfung (BAK) an, aus Notwehr und Nothilfe gehandelt zu haben. Sie sind weiterhin im Dienst.

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