14.07.2010 19:09 |

Erst 60.000 Jahre alt

Wissenschaftler beobachten Geburt einer Riesensonne

Astronomen an der europäischen Südsternwarte (ESO) haben eine junge Riesensonne beobachtet, die sich gerade aus dem sie umgebenden massiven Staubring schält. Sie schließen aus den Bildern, dass auch Riesensterne auf dieselbe Weise entstehen wie unsere eigene, massearme Sonne, berichten die Forscher im britischen Fachjournal "Nature".

"Unsere Beobachtungen zeigen eine Scheibe um einen jungen, massereichen und nun voll ausgebildeten Sternenembryo", erläuterte Teamleiter Stefan Kraus von der US-Universität von Michigan. "Man könnte sagen, dass die Geburt dieses Babys nun unmittelbar bevorsteht." Die junge Sonne leuchtet 10.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Zentaur. Sie besitzt etwa 20 Mal so viel Masse wie unsere Sonne und ist rund 100 Mal so groß.

Astronomen haben bereits zahlreiche Sternenembryonen im Infrarotlicht beobachtet, das Staub leichter durchdringen kann. Dabei hat sich gezeigt, dass massearme Sterne wie unsere Sonne bei ihrer Entstehung regelmäßig Staubscheiben bilden, aus denen Material auf sie herabregnet. Unklar war bisher jedoch, ob sich diese Scheiben auch um werdende Riesensonnen halten können oder ob sie von der starken Strahlung der Riesen weggeblasen werden.

Beleg für Staubscheiben um Riesensonnen
Die Astronomen erspähten bei der jungen Sonne im Zentaur jedoch einen sogenannten Jet, einen Materiestrahl, der senkrecht oben und unten aus dem Stern hinauszuschießen scheint. "Solche Jets werden häufig bei jungen, massearmen Sternen beobachtet und verraten üblicherweise die Existenz einer den Stern umgebenden Scheibe", erläuterte Kraus. Die Beobachtung belege, dass auch um junge Riesensonnen Scheiben entstehen.

Das Alter des Riesensternenembryos im Zentaur schätzen die Forscher auf kosmisch junge 60.000 Jahre. Der "frisch geschlüpfte" Stern hat bereits mit der Kernfusion begonnen und strahlt inzwischen 30.000 Mal so hell wie unsere Sonne. Durch die intensive Strahlung wird die Scheibe, die nochmals so viel Masse enthält wie der Stern selbst, bald anfangen zu verdampfen und schließlich die neugeborene Sonne freigeben.

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