Studie enthüllt:

Gleichgeschlechtliche Ehen sind viel glücklicher

Seit dem 1. Jänner 2019 ist die gleichgeschlechtliche Ehe in Österreich erlaubt. Auch in Amerika dürfen homosexuelle Paare seit einigen Jahren den Bund fürs Leben schließen. Eine US-Studie nahm dies zum Anlass und hat die Ehe- und psychische Belastung zwischen hetero- und homosexuellen Pärchen verglichen. Das Ergebnis: Was Glück und Zufriedenheit in der Ehe betrifft, haben gleichgeschlechtliche Paare die Nase vorn. Personen mit dem höchsten Stresslevel hingegen sind Frauen in der „klassischen“ Ehe. Als Grund dafür werden die Erwartungen genannt, die sich aus den traditionellen Geschlechterrollen ergeben.

Der gleichgeschlechtlichen Ehe in Österreich ging ein langer Kampf voraus, der schließlich mit einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs endete. Dieses öffnete mit 1. Jänner 2019 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare einerseits und die Eingetragene Partnerschaft für verschiedengeschlechtliche Paare andererseits. In den ersten drei Quartalen 2019 haben laut Statistik Austria 860 homosexuelle Paare geheiratet.

In Amerika entschloss man sich schon früher, auch homo- und heterosexuelle Paare vor den Traualtar treten zu lassen. Das nahm eine US-Studie nun zum Anlass, die Ehebelastung und psychische Belastung bei gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Paaren zu vergleichen. Dafür wurden 756 Männer und Frauen, die in 378 schwulen, lesbischen oder heterosexuellen Ehen leben, zu ihrer Partnerschaft befragt. Zudem wurden sie gebeten, über zehn Tage ein Tagebuch über ihre psychischen Belastungen zu führen, die entweder vom Ehepartner oder von ihnen selbst stammten.

Bei der Auswertung zeigte sich folgendes Bild: Frauen, die in einer heterosexuellen Ehe lebten, spürten die größte psychische Belastung. Im Mittelfeld rangierten die Eheleute in einer lesbischen Partnerschaft und Männer in zweigeschlechtlichen Ehen. Die geringste Belastung verspürten Männer, die in einer homosexuellen Ehe lebten. Die Schlussfolgerung lautet also, dass schwule Männer am glücklichsten, heterosexuelle Frauen am unglücklichsten in ihren Ehegemeinschaften sind.

Die Gründe für dieses Ergebnis sind vielschichtig. Ein Punkt dabei sind jedoch die klassischen Geschlechterrollen und die damit verbundenen Erwartungen, wie eine Ehe funktionieren muss: Der Mann bringt das Geld nachhause, die Frau führt den Haushalt. Der Mann ist der Chef, die Frau nicht. Auch heute haben noch viele Ehegatten diese klassische, veraltete Rollenverteilung im Kopf. Dies führt oft zu Konflikten und daraus resultierenden psychischen Belastungen. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren fällt diese klassische Rollenverteilung weg. 
Einer der Gründe, warum vor allem Männer in homosexuellen Ehen besonders glücklich und zufrieden sind, ist laut Studienautoren der Umstand, dass sie offen über ihre Sexualität sprechen. Viele leben trotz Ehe nicht nach dem Leitbild der Monogamie. Stattdessen reden sie offen darüber und stellen Regeln für sexuelle Kontakte außerhalb der Partnerschaft auf. 

Februar 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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