Außergewöhnlicher Job

Sie sorgen dafür, dass es in Wien leuchtet

Ohne Straßenbeleuchtung wäre das Leben auf öffentlichen Plätzen und Straßen massiv eingeschränkt. Doch wie wichtig sie wirklich ist, fällt meistens erst auf, wenn ein Leuchtgerät ausfällt. Dann sind Martin Barkoczi und seine Kollegen von „Wien leuchtet“ auf die Bürger angewiesen, den Ausfall zu melden, damit sie zur Reparatur anrücken können. City4U hat mit dem Elektrotechniker über seinen verantwortungsvollen Job gesprochen und fuhr mit dem Steiger mit hinauf, um eine neue LED-Lampe anzubringen.

Das Projekt „Let it schein“ der Stadt Wien ist gerade in vollem Gang. Bis Jahresende werden 50.000 Seilhängeleuchten ausgetauscht. Nun kommen nämlich modernste LED-Lampen zum Zug. Die neuen Leuchten wurden extra von der Stadt Wien entwickelt. Beim City4U-Besuch ist Martin Barkoczi mit seinen Kollegen auf der Wiedner Hauptstraße im Dienst. Eine Lampe nach der anderen wird erneuert. Fast hätte die Schicht aufgrund des starken Windes nicht stattfinden können. „Wir arbeiten im Freien, bei Wind und Wetter. Manchmal machen uns die Witterungsverhältnisse einen Strich durch die Rechnung“, weiß Barkoczi. Doch nun sind die fünf Herren im Dienst.

Gemeinsam mit dem 26-jährigen Elektrotechniker geht es mit der neuen Lampe im Gepäck per Steiger in luftige Höhen. Die Aussicht ist einmalig. Mitten auf der Wiedner Hauptstraße, hoch über den vorbeifahrenden Autos geht Barkoczi ans Werk. Die alte Lampe wird demontiert, die neue aufgehängt. Das ganze Prozedere dauert nur wenige Minuten. „Es ist natürlich nicht ungefährlich, wenn man in Höhen arbeitet. Aber zum Glück ist noch nie etwas passiert. Oft muss man mehr auf andere Leute aufpassen, als auf sich selbst“, sagt der Wiener. Die 40 Mitarbeiter von „Wien leuchtet“ haben bereits rund 35.000 Lampen im Rahmen des Projekts „Let it schein“ ausgetauscht. Nächstes Jahr folgen dann die Ansatzleuchten auf den Masten. Danach ist die österreichische Haupstadt mit moderenen Lichtquellen ausgestattet.

Wie wichtig diese sind, fällt meistens erst auf, wenn sie nicht mehr funktionieren. „Dann sind wir auf die Bürger angewiesen. Wir benötigen eine Meldung, um zu wissen, ob eine Lichtquelle, eine Ampel, das öffentliche Wlan oder eine Würfeluhr ausgefallen ist. Oft fragen sich die Leute, warum wir nichts tun. Wir können jedoch erst etwas tun, wenn wir wissen, wo wir etwas reparieren sollen“, erklärt Barkoczi. Es gibt verschiedene Wege, ausgefallene Lampen zu melden. „Zum Beispiel via Lichttelefon, der WienMobil-App oder dem Stadtservice Wien. Wenn man dies tut, ist es immer wichtig, die genau Adresse zu nennen. Wenn es in einem Park ist, sollte man einen markanten Punkt erwähnen, sodass wir die Stelle auch finden. Außerdem hat jede Ampel eine Nummer. Diese zu nennen ist auch sehr hilfreich für uns.“ Um besonders leicht in Kontakt zu treten, kann man sich auch bei „Wien leuchtet“ als Melder registrieren lassen, kostenlos und unverbindlich. Als Dank dafür gibt es für alle Melder einmal pro Jahr eine Veranstaltung an interessanten Örtlichkeiten. Im vergangenen Jahr gingen rund 16.900 Anrufe beim Lichttelefon (0800-33 80 33) ein.

„Wenn uns Leute rufen, bringen sie uns dann auch oft viel Wertschätzung entgegen. Sie freuen sich über die neuen Lampen, schreiben Dankeskarten. Da merkt man dann, dass sie die Beleuchtung doch wahrnehmen“, findet der 26-Jährige. Doch einmal nahm ein Passant die Mitarbeiter von „Wien leuchtet“ aus anderen Gründen wahr: „Wir haben vor einigen Jahren auf der Mariahilfer Straße ein Erdkabel erneuert. Als ich im Ziehschacht halb unter der Erde stand, wollte ein Mann zu mir reinkommen. Als ich das verneint habe, meinte er, er müsse aber da hinein, weil er rübergraben will zur Bank in den Tresorraum. Der hat das aber ernst gemeint. Als ich ihn nicht ließ, ist er einfach gegangen“, lacht Barkoczi und ergänzt: „In unserem Beruf sieht und erlebt man schon sehr viel.“

Februar 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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