13.07.2010 16:52 |

Schock und Trauma

Wohnung einer Familie irrtümlich von Polizei erstürmt

Ein Schuss-Attentat auf einen Polizisten im Jänner 2010 (Infobox) hat in der Bevölkerung tiefe Betroffenheit ausgelöst. Die Kollegen des Opfers jagten den Schützen auf Hochtouren. Dabei geriet aber auch ein unschuldiges Paar ins Visier der Ermittler. Irrtümlich wurde deren Wohnung gestürmt. Mit den Folgen wurde die junge Familie ganz alleingelassen.

Das Attentat auf einen jungen Polizisten schockierte ganz Österreich. Wie im Jänner 2010 berichtet, hatte ein Autodieb einen 27-jährigen Beamten angeschossen (Infobox). Später wurde ein 33-jähriger Serbe als mutmaßlicher Schütze ausgeforscht und festgenommen.

Sofort nach dem Schussattentat hatten sich die Kollegen des Polizisten auf die Jagd nach dem Täter gemacht. Dabei geriet plötzlich ein junges Paar ins Visier der Kriminalisten. Predrag P.: "Statt der Nachbarswohnung – dort lebte eine Bekannte des Flüchtigen – stürmte man unsere Wohnung. Wir wurden behandelt wie Schwerverbrecher."

"Therapien und Arztkosten bleiben an uns hängen"
Folge dieses "Versehens": Die hochschwangere Katarina P. lag wochenlang im Spital, Predrag P. erlitt ein schweres Trauma, verlor als Folge seinen Job als Kellner. Das Paar: "Wir fühlen uns seither ohnmächtig und völlig alleingelassen." Zwar habe man der Familie die zerstörte Haustür ersetzt, "doch Therapien und Arztkosten bleiben an uns hängen", klagte der Familienvater.

von Brigitte Blabsreiter und Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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