13.07.2010 08:03 |

Causa Buwog

Weiterer Zeuge belastet Karl-Heinz Grasser

Die Staatsanwaltschaft Wien hat in Zusammenhang mit den strafrechtlichen Ermittlungen um die Buwog-Privatisierung unter dem damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser einen weiteren Zeugen befragt. Wilfried Trabold, ehemaliger Chef der Vergabekommission, sei am 15. Juni einvernommen worden - und habe die Glaubwürdigkeit von Grassers Ex-Mitarbeiter Michael Ramprecht untermauert, berichtete die "ZiB2" am Montagabend.

Bei der Befragung ging es demnach unter anderem um die umstrittene Entscheidung, als Investmentbank für die Buwog-Privatisierung Lehman Brothers und nicht die CA Investmentbank auszuwählen. Staatsanwaltschaft-Sprecher Thomas Vecsey sagte gegenüber der "ZiB", Trabold soll sich in seiner Einvernahme über diese Entscheidung "verwundert" gezeigt haben.

Buwog-Verkauf als "abgekartetes Spiel"?
Die Einvernahme Trabolds soll damit laut ORF die Glaubwürdigkeit von Grassers Ex-Mitarbeiter Ramprecht gestärkt haben. Dieser hatte ja erklärt, der Verkauf des Buwog-Pakets sei ein "abgekartetes Spiel" gewesen - und das Verfahren zur Auswahl einer Investmentbank, die den Verkauf des Buwog-Pakets begleiten sollte, sei in Richtung Lehman Brothers beeinflusst worden sei. Grasser hatte Ramprecht deswegen auf Üble Nachrede geklagt - am Donnerstag gibt es in der Sache eine weitere Verhandlung.

Staatsanwaltschaft: "Verdacht ist erhärtet"
Ebendieser Vergabevorgang an Lehman Brothers ist auch Gegenstand von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Vecsey hatte bereits am Montagnachmittag erklärt, die Ermittlungen seien "konkretisiert, der Verdacht ist erhärtet". Der Verdacht gegen Grasser und Ramprecht lautet auf Untreue, da mit Lehman Brothers nicht der Best- bzw. Billigstbieter genommen worden sei. Lehman hat laut Medienberichten 10,2 Millionen Euro für die Beratung bei der Buwog-Privatisierung erhalten. Der Anwalt Grassers, Manfred Ainedter, hatte am Montag erneut alle Vorwürfe zurückgewiesen.

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