10.02.2020 13:30 |

Mehr Kontrollen

Im Drogenrausch ist die Gefahr mit an Bord!

Suchtgift im Straßenverkehr - ein Risiko, das oft noch unterschätzt wird. Allein im Vorjahr entlarvte die Tiroler Polizei 172 Drogenlenker. Tendenz steigend, auch wegen der Technik...

Heuer im Jänner waren es schon wieder 30, bilanziert Markus Widmann, Chef der Landesverkehrsabteilung. Im Zuge einer Schwerpunktaktion wurden kürzlich sogar in nur einer Woche 15 Drogenlenker ertappt. Am gravierendsten war ein Fall im Bezirk Kufstein, wo bei einem Lkw-Fahrer, der auf der Loferer Straße zu schnell und alles andere als unauffällig unterwegs war, eine Beeinträchtigung durch Kokain festgestellt werden konnte.

Wenig Bewusstsein im Vergleich zum Alkohol
„Drogen am Steuer sind nach wie vor ein unterschätztes Risiko. Die Lenker wissen zwar grundsätzlich, dass zu viel Alkohol verboten ist, die Gefahr von Suchtgift scheint vielen aber noch immer nicht bewusst zu sein“, betont Widmann.

Seit gut einem Jahr geht’s Drogenlenkern auf Tirols Straßen verstärkt an den Kragen. So kommen etwa drei Speichelvortestgeräte zum Einsatz, die die gängigsten Substanzen wie Koks, THC, Amphetamine, Ecstasy oder Opiate erkennen. „Zudem wurden etliche Polizisten zur besseren Erkennung von Drogenlenkern speziell ausgebildet.“

172 Anzeigen im Vorjahr, Dunkelziffer sehr hoch
Der erhöhte Kontrolldruck, die stets steigende Routine der Fahnder und nicht zuletzt die technischen Helferlein sorgten für ein deutliches Plus bei den Anzeigen. War die Zahl vor zwei Jahren mit 38 noch verschwindend gering, so wurden 2019 bereits 172 Suchtgiftlenker aus dem Verkehr gezogen. Tendenz steigend!

„Wir gehen davon aus, dass es bei den Drogenfahrten eine hohe Dunkelziffer gibt“, sagt Widmann. Untermauert wird diese Vermutung durch eine Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, wonach 177.000 Österreicher zugaben, schon unter Drogeneinfluss ein Fahrzeug gelenkt zu haben.

Aufwand größer als bei Alko-Test
Das Prozedere bei einem Speichelvortest ist übrigens viel aufwendiger als es beim Alkohol der Fall ist. In der Regel wird zunächst ein Alko-Test durchgeführt. Ist dieser negativ, wird bei Verdacht in Richtung Suchtgift ermittelt. Verläuft der Speichelvortest positiv, bedingt dies einer Vorführung zum Amtsarzt. Denn nur der kann durch Untersuchungen eine tatsächliche Beeinträchtigung und Fahruntauglichkeit feststellen.

Übrigens: 90 Prozent der ertappten Drogenlenker sind männlich und zwischen 18 und 50 Jahre alt.

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