09.07.2010 19:29 |

"Es tut mir so leid"

30 Monate Haft für FBI-Erpresser aus der Steiermark

Einen Berg Schulden und kein Job - da hat sich ein arbeitsloser Steirer offenbar gedacht: "Erpressen wir einfach das FBI, Amerika hat sowieso genug Geld." Für 1,3 Millionen Euro bot der 42-Jährige vermeintlich brisante Informationen über Bomben und Terroristen an, doch der Plan ging schief. Am Freitag musste sich der Mann deswegen in Leoben vor Gericht verantworten.

"Warum genau 1,3 Millionen?", interessiert Staatsanwältin Nicole Dexer. "Ich wollte neu durchstarten", so der Angeklagte. Außerdem wäre eine geringere Forderung sicher nicht ernst genommen worden. Ende Mai hatte der Steirer drei E-Mails - von seiner mitangeklagten inzwischen Ex-Freundin ins Englische übersetzt - an das FBI und zwei Zeitungen geschickt.

Angeklagter zehnfach vorbestraft
Er hätte Informationen über Bomben. "Wenn diese hochgehen, ist Amerika für die nächsten 100 Jahre verseucht", stand in den E-Mails. Als Übergabeort für das Geld wählte der zehnfach vorbestrafte Mann den Bahnhof in Knittelfeld. Doch er bemerkte die Polizei, blieb in Deckung und schrieb ein Mail: "Pfeifen Sie Ihre Leute zurück. Sollte ich festgenommen werden, haben Sie alles verspielt!" Der Verfassungsdienst vereinbarte einen neuen Treffpunkt, dort wurde der 42-Jährige schließlich gefasst.

"Es tut mir alles so leid", zeigte er sich vor Richter Roman Weiss reumütig. Er hätte wegen seiner finanziellen Notlage keinen anderen Ausweg gesehen. Die Einsicht kommt zu spät - 30 Monate Haft, das Urteil ist nicht rechtskräftig. "Vielleicht hilft das, Sie endlich zu läutern", begründet der Richter. Der Steirer nimmt sofort an. Seine 42-jährige "Ex", sie will ihm komplett hörig gewesen sein und hätte alles für ihn getan, kommt mit 15 Monaten bedingt davon.

von Eva Molitschnig und Heinz Weeber (Kronen Zeitung)

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