03.02.2020 11:58 |

Coronavirus

Ex-Austauschstudent: „Es gibt zu wenig Hilfsgüter“

Viele chinesische Touristen in Salzburg haben Angst, nach China zurückzukehren. Sie decken sich mit Atemschutzmasken ein. In China gibt es keine mehr zu kaufen. Felix Zhang (30) war 2015 als Austauschstudent an der Uni Salzburg. Mittlerweile arbeitet er bei einem Online-Unternehmen in der Millionenstadt Shanghai. Er sprach mit der „Krone“ über die Situation vor Ort.

„Krone“: Herr Zhang, wie sieht ihr Tagesablauf derzeit aus?
Felix Zhang: Ich bleibe in meiner Wohnung. Die Straßen sind leer. Die Menschen gehen nur heraus, um das Nötigste zu kaufen. Gerade sind Ferien wegen des Frühlingsfests. Die Regierung hat sie für alle verlängert. Auch nach den Ferien haben viele vor, von zu Hause aus zu arbeiten. Nur Ärzte und Polizisten sind rund um die Uhr im Einsatz.

In Salzburg kaufen die Chinesen massenhaft Schutzmasken. Stimmt es, dass in ganz China keine mehr zu bekommen sind?
Ja. Die Regierung hat die Kontrolle über die Masken-Hersteller. Die Krankenhäuser haben nur noch wenige Masken. Normale Bürger können keine mehr kaufen, da sie dort dringender gebraucht werden.

Sind Sie mit Menschen aus anderen Städten in Kontakt?
Ich verbringe meinen Tag hauptsächlich vor dem Computer. Ich chatte mit Freunden. Wir tauschen uns aus und teilen die neuesten Informationen. Es gibt nicht viel zu tun.

Was haben Sie durch diese Kontakte Neues erfahren?
Zurzeit wird viel über die Korruption beim Roten Kreuz in Wuhan geredet. Sie sollen massenhaft Hilfsgüter zurückgehalten haben. Darunter auch Masken, die nach ganz China verteilt werden sollten. Und das alles, während die lokalen Krankenhäuser viel zu wenig Hilfsgüter haben. Das ist gerade das heißeste Thema in den sozialen Netzwerken.

Haben Sie Angst?
Nein, habe ich nicht. Nur hundert Menschen haben sich in Shanghai infiziert. Bei einer Stadt mit 20 Millionen Einwohnern ist das nicht viel.

Christoph Laible
Christoph Laible
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