Einsatz wegen Zündler

100 Menschen aus verrauchtem Gebäude gerettet

Schon wieder! In Oberösterreich kehrt keine Ruhe ein - nach neun Brandstiftungen in zwei Wochen gab’s am Freitagabend den nächsten Alarm: Ein Unbekannter zündete im Keller der Wirtschaftskammer und des Wirtschaftsförderungsinstitutes (Wifi) in Wels Weihnachtsdeko an. 100 Personen mussten gerettet werden.

Enormer Rauch schlug den Welser Feuerwehrleuten am Freitag gegen 20 Uhr entgegen, als sie nach einem Alarm der Brandmeldeanlage zum WIFI eilten. „Als uns dann bestätigt wurde, dass es tatsächlich brennt und rund 100 Personen im Gebäude sind, haben wir sofort ein Großaufgebot der Rettung angefordert. Gott sei Dank haben wir dieses aber dann gar nicht gebraucht, am Einsatzort ist alles sehr ruhig abgelaufen. Damit rechnet man bei so einer großen Anzahl von Menschen nicht“, so Markus Marehard, Vize-Feuerwehrchef der FF Wels und Einsatzleiter.

Viel Plastik dabei
Die Polizei geht davon aus, dass ein Zündler für den Großeinsatz verantwortlich ist. Am Einsatzort fanden die Beamten zwei Brandherde vor, einer davon in einer Umkleide im Keller, dort dürfte ein Karton entzündet worden sein. Zusätzlich wurde eine Schachtel mit diversen Weihnachtsdekorationen in Brand gesteckt. „Da war ganz viel Plastik dabei, das erklärt auch den giftigen Geruch im ganzen Gebäude“, so Marehard.

Brandstifter haben die verschiedensten Gründe
„Brandstifter haben verschiedene Beweggründe. Die einen wollen ihren Frust ablassen, andere wollen sich rächen und zum Beispiel das Haus der ,Ex‘ abfackeln. Manche wollen aber auch einfach Aufmerksamkeit. Erfahrungsgemäß werden aber auch immer wieder junge Feuerwehrler zu Brandstiftern, weil sie gerne zu einem großen Einsatz fahren möchten“, erklärt ein erfahrener Brandermittler vom Landeskriminalamt Oberösterreich.

Die Frauenquote unter den Brandstiftern ist laut dem Spezialisten verschwindend gering. „Im Jahr gibt’s zwischen 30 und 40 Brandstiftungen in Oberösterreich“, sagte Landespolizeidirektor Andreas Pilsl.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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Freitag, 21. Februar 2020
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