01.02.2020 10:58 |

Nach EU-Austritt:

Exporteure warten auf den „echten“ Brexit

Nach dem Brexit ist vor dem Brexit: Salzburgs Exporteure beobachten gespannt das EU-Austrittsdrama der Briten – bis Ende des Jahres bleiben sie im Binnenmarkt, noch ist offen, wie es danach weitergeht. „Wir hoffen, dass sich die Wirtschaftsbeziehungen nicht groß verändern“, sagt Jörg Weisser von Commend.

Abwarten und Tee trinken: Das kommt Salzburgs Exporteuren nach dem EU-Austritt der Briten nicht in den Sinn – obwohl sich vorerst nichts ändert.

„Wir sind froh, dass sich die Briten endlich entschieden haben. Wir wissen, woran wir sind“, sagt Commend-Sprecher Jörg Weisser. Der Salzburger Sicherheits- und Kommunikationshersteller hatte im Vorjahr seine Lager im Königreich sicherheitshalber aufgefüllt. Aber: Nicht nur die Zollfrage bleibe spannend. „Wichtig ist, dass der Personenverkehr frei bleibt. Wir beschäftigen nahe London-Stansted rund 47 Mitarbeiter. Die sollen weiterhin schnell in unsere Zentrale kommen können.“ Für die Firma ist Großbritannien ein wichtiger Markt: Sie statteten das London Underground Network aus.

Ähnlich ist die Lage beim Zutrittssystemhersteller Skidata. Die Insel gehöre traditionell zu den starken Absatzmärkten: „Zölle könnten unsere Produkte teurer machen“, sagt Sprecherin Katharina Rothbucher. Erst am Donnerstag haben sich die Grödiger einen Mega-Auftrag geangelt: Das Southampton Football Club Stadion wird mit der Skidata-Technik ausgestattet.

Thomas Albrecht von der Wirtschaftskammer Salzburg: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Die Kernexporteure sind informiert. Sie wissen wie Zollprozesse ablaufen und haben sich auf die Situation gut vorbereitet.“ Wichtig sei, in kommenden Handelsverträgen Fragen zu Dienstleistungen und geistigem Eigentum zu klären. Aber: „Wenn man die vergangenen Jahre anschaut, glaube ich, dass die Übergangsphase verlängert wird.

Christoph Laible
Christoph Laible
Verena Seebacher
Verena Seebacher
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