08.07.2010 12:44 |

19 kg Koks verkauft

Polizei sprengt Drogenring in Vorarlberg

Das Landeskriminalamt Vorarlberg hat einen groß angelegten Drogenring gesprengt. Den Händlern konnte der Verkauf von Suchtmitteln mit einem Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro nachgewiesen werden, informierten die Ermittler am Donnerstag. 14 Personen wurden in Österreich verhaftet, der Großteil davon wurde bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Haupttäter aus Österreich, Serbien und der Türkei dealten von 2007 bis zum Ende des Vorjahres nachweislich mit 18 bis 19 Kilogramm Kokain, etwa einem Kilogramm Heroin, einem Kilogramm Cannabiskraut sowie einigen hundert Ecstasy-Tabletten. Der Großteil davon wurde in Vorarlberg verkauft, aber auch in Deutschland. "Die tatsächlich gedealten Mengen dürften noch viel höher ausgefallen sein", erklärte Ermittler Alexander Loacker.

Bregenzer führte zu "Größen der Szene"
Auf die Spur der Drogendealer kam das Landeskriminalamt im April 2009 durch Hinweise von zwei verhafteten Männern aus der Suchtgiftszene. Diese führten die Beamten zu einem 47-jährigen Bregenzer, der offenbar rege Kontakte zu "Größen" im Kokain-Geschäft pflegte.

Im Juli 2009 führte die Verhaftung eines serbischen Drogenschmugglers am Grenzübergang Gaißau (Bezirk Bregenz) zu weiteren Erhebungen, ehe im September des vergangenen Jahres der 47-Jährige und ein 39 Jahre alter Serbe schließlich festgenommen werden konnten. Ebenfalls ins Netz der Fahnder gingen unter anderem ein 62-jähriger Österreicher als Drogenkurier von zwei Kilo Kokain sowie ein Ehepaar aus Serbien, das insgesamt rund fünf Kilo Kokain nach Österreich schmuggelte.

Das Suchtgift stammte hauptsächlich aus der Schweiz und auch aus Spanien, Belgien und dem ehemaligen Jugoslawien. Die geschmuggelten Mengen beliefen sich meistens auf 200 bis 300 Gramm. Bei den Hauptverdächtigen wurden am Ende noch rund ein Kilogramm Kokain und drei Faustfeuerwaffen sichergestellt. Außer den Hauptlieferanten konnten auch mehr als 100 Zwischenhändler und Abnehmer ermittelt werden, die an die Staatsanwaltschaft Feldkirch angezeigt wurden.

Vorarlberg "keine Insel der Seligen"
Nach Angaben von Stefan Schlosser und Oswald Wachter vom Landeskriminalamt hat es in Vorarlberg in den vergangenen drei Jahren keinen Fall dieser Dimension gegeben. "Vorarlberg ist keine Insel der Seligen, es wird in großem Stil gedealt und konsumiert", sagte Schlosser. Inwieweit das Auffliegen des Drogenrings einen Einschnitt in die Vorarlberger Suchtgiftszene bedeutet, ist laut Wachter schwer zu beurteilen. "Der Markt ist da, der Bedarf ist da, da finden sich schnell Leute, die in die Bresche springen", sagte der Ermittler.

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