02.02.2020 05:03 |

Osteoporose

„Ich bin um 17 cm geschrumpft“

Osteoporose ist ein Problem, das in Österreich mehr als 400.000 Menschen betrifft. Die 75-jährige Wienerin Christine P. versucht, den Knochenschwund im Zaum zu halten, indem sie sehr aktiv ist. 

„Es war schon ein Schock, als mir der Kurarzt meine aktuelle Größe mitteilte - war ich doch in den vergangenen Jahren wirklich um 17 cm geschrumpft. Schuld ist die Osteoporose!“, erzählt Christine P. Doch die rüstige Wienerin bleibt agil, um den Knochenschwund so gut wie möglich hintanzuhalten. „Ich habe eigentlich relativ spät mit Sport angefangen, aber jetzt bin ich, so oft ich kann, aktiv“, so die 75-Jährige. „Sogar bei der Hausarbeit lege ich mir Gewichtsmanschetten an, um ein effektives Training zu erreichen.“

Stürzen muss vorgebeugt werden
Für diesen Einsatz gelobt wird sie von ihrer Ärztin Dr. Ulrike Mühlhofer der „Orthopädie und Traumatologie Simmering“ in Wien. „Bei Osteoporose ist Bewegung immer sinnvoll, am besten jedoch schon von Kindheit an. Die Knochendichte wird bis 30 Jahre aufgebaut, vor allem mit für den Knochen ,reizvollen‘ Stoßbelastungen wie Hüpfen und Springen. Krafttraining ist ebenso wichtig.“ Bei älteren Menschen dient regelmäßige Bewegung vor allem auch als Sturzprophylaxe. Das unterstützt die Gesundheit im Allgemeinen, denn: „Knochenschwund verkürzt indirekt das Leben, da Senioren, die sich etwas brechen, mitunter bettlägerig werden und vorzeitig sterben“, bestätigt Dr. Mühlhofer.

Christine musste bereits früh mit Rückenschmerzen kämpfen, nicht erst seitdem die Knochendichtemessung im Jahr 2006 die Diagnose „Knochenschwund“ ergab. „Schon als Schneiderlehrling im Teenageralter musste ich 60 kg schwere Stoffballen schleppen. Außerdem leide ich seit meiner Kindheit an einer Fehlstellung der Wirbelsäule. Dass ich als Schneiderin zeitlebens einen meist sitzenden Beruf ausübte, unter Übergewicht litt und mich nur wenig bewegte, verschärfte meine Probleme weiter.“

Mit dem Kind kam Bewegung ins Leben
Erst kurz nach der Geburt ihres Sohnes entdeckte die damals etwa 30-Jährige den Sport für sich. „In einem Erwachsenenkurs lernte ich Skifahren, was mir riesigen Spaß machte - heute geht das leider nicht mehr. Auch Tennis zu spielen begann ich mit großem Eifer. Schon um 6.00 Früh stand ich damals oft am Platz. Ich nahm laufend Gewicht ab und fühlte mich eigentlich sehr wohl.“

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Gewissermaßen kann man sagen, dass beinahe jeder ab einem bestimmten Alter unter Osteoporose leidet. Männer sind ebenfalls - wenn auch nicht so häufig - betroffen.

Dr. Ulrike Mühlhofer, Orthopädie und Traumatologie Simmering

Doch die Schmerzen im Rücken kamen immer wieder zurück und mit den Wechseljahren auch der Knochenschwund. „In der Menopause nimmt das Hormon Östrogen fortlaufend ab. Dieses ist aber am stetigen Aufbau der Knochen beteiligt und hemmt die abbauenden Zellen (Osteoklasten). In Folge wird das Skelett immer weiter abgetragen“, umreißt Dr. Mühlhofer.

Dem Knochenabbau entgegenwirken
Es gibt verschiedene Therapien. Um dem Abbau des Skeletts ursächlich entgegenzuwirken, empfiehlt die Expertin neben sportlicher Betätigung vor allem Kalzium und Vitamin D. Dieses kann der Körper selbst herstellen, wenn man sich oft im Sonnenlicht aufhält. Außerdem führt die Patientin diese Vitalstoffe von außen zu. „Weiters helfe ich meinen Knochen, indem ich von März bis Oktober in meinem Garten arbeite“, lacht die rüstige Pensionistin.

Eva-Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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