07.07.2010 11:54 |

Streit um Gedenken

ÖVP beschwert sich über abgesagte Dollfuß-Messe

Der Zweite Nationalratspräsident Fritz Neugebauer (ÖVP) hat die Absage der geplanten Gedenkmesse anlässlich des Todestages von Ständestaats-Kanzler Engelbert Dollfuß kritisiert. Neugebauer erklärte, der autoritär regierende christlichsoziale Bundeskanzler, der noch heute stark umstritten ist, sei "eine Trägerfigur des Widerstands gegen den Nationalsozialismus" gewesen.

"Dollfuß ist für den Erhalt der Unabhängigkeit Österreichs eingetreten und hat in seinem Kampf gegen den Nationalsozialismus sein Leben gelassen", so der ÖVP-Politiker. Dies relativiere aber "in keiner Weise seine schweren politischen Fehler, wie die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie und die Vorgangsweise gegenüber den Sozialdemokraten im Februar 1934", so der ÖVP-Madatar.

"Für die Vorgangsweise, die seit Jahrzehnten im Bundeskanzleramt stattfindende Gedenkmesse um den Todestag von Engelbert Dollfuß, zu der die Bediensteten des BKA bereits offiziell eingeladen wurden, kurzfristig und ad hoc erstmals seit 1945 abzusagen, habe ich keinerlei Verständnis", so Neugebauer am Mittwoch.

Schließlich sei "ein katholischer Gottesdienst immer ein Zeichen der Versöhnung und keine politische Manifestation", so der Präsident. Er verwies darauf, dass es schon "prominentere Sozialdemokraten, wie beispielsweise den ehemaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky", gegeben habe, die "mehr Pietät und Toleranz zeigten".

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