27.01.2020 21:40 |

Zwei Jahre bedingt

Burgtheater-Prozess: Ex-Finanzchefin verurteilt

Die Buchhaltung der nun angeklagten Vizedirektorin des Wiener Burgtheaters beschreibt ein Gutachter, salopp gesagt, als totales Chaos. Die Frau litt, wie ein Sachverständiger bestätigte, an einem Burn-out-Syndrom. Jetzt stand die frühere Finanzmanagerin vor Gericht und beteuerte: „Die Burg war doch mein Baby!“ Urteil: zwei Jahre bedingt, nicht rechtskräftig.

Silvia Stantejsky soll laut Anklage 300.000 Euro, die dem früheren Burg-Chef Matthias Hartmann und einem Regisseur gehörten, für sich selbst abgezweigt haben. Was sie bestreitet.

„Wesentliche Fehldarstellungen“
Das Gutachten des Sachverständigen Peter Wundsam beschäftigte sich vor allem mit der Buchhaltung des Burgtheaters zu Zeiten, als Stantejsky Finanzchefin war. Hier ortete der Experte „wesentliche Fehldarstellungen“, wohl im Bemühen, die Finanzlage des Theaters besser darzustellen, als sie es war.

So soll Stantejsky mehrere Inszenierungen, die in der Burg nicht mehr gespielt wurden, nur für die Buchhaltung als Wert am Leben erhalten haben.

„Wollte unerreichbares Ziel, die schwarze Null“
Der psychiatrische Gutachter Kurt Meszaros billigte der Angeklagten zwar zu, dass sich bei ihr schleichend ein Burn-out-Syndrom entwickelt habe - Stantejsky wollte mit ihrem hohen Maß an Perfektionismus ein „unerreichbares Ziel, die schwarze Null in der Buchhaltung“, erzielen. Sehr wohl aber war die Frau zurechnungsfähig, so der Gutachter.

Zwei Jahre bedingt wegen Untreue und Veruntreuung
Am späten Montagabend erging das - nicht rechtskräftige - Urteil: zwei Jahre bedingte Haft wegen Untreue und Veruntreuung. Zudem wurde der 64-Jährigen Schadensgutmachung aufgetragen: Sie hat dem Burgheater binnen 14 Tagen 319.156,10 Euro zu bezahlen. Mit den darüber hinausgehenden Forderungen wurde das Theater auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Stantejsky nahm das Urteil an, Oberstaatsanwältin Veronika Stnadfest gab keine Erklärung ab.

Kronen Zeitung/krone.at

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