06.07.2010 16:33 |

Banden auf Beutezug

Graz als Einbrecher-Hochburg - nur in Wien mehr Delikte

Hinter dem rund sechs Mal so viele Einwohner zählenden Wien hat sich die Stadt Graz einen traurigen Spitzenplatz erkämpft - sie ist Kriminalitäts-Hochburg geworden. Besonders die Zahl der Einbrüche ist 2009 dramatisch angestiegen!

Plus 68,8 Prozent Einbrüche in Einfamilienhäuser, plus 41,3 Prozent Einbrüche in Büros und Geschäfte, plus 43,1 Prozent Einbrüche in Gaststätten - die Zahl der Einbrüche im Vorjahr ist in Graz dramatisch gewachsen. Dahinter stehen laut Polizei oft organisierte Banden, die in der Mehrzahl aus dem Ausland kommen (Moldawien, Georgien, Rumänien). Und: Viele Täter sind Asylwerber.

Einbrüche: Jeder 26. Haushalt ist betroffen
In Graz gibt es rund 110.000 Haushalte - 4.129 Einbrüche wurden 2009 angezeigt. Das heißt, dass im Schnitt rund jeder 26. Grazer Haushalt betroffen war. Für den Grazer FPÖ-Chef Mario Eustacchio sind das alarmierende Zahlen: "Es wird so getan, als ob in Graz eh alles halb so schlimm wäre, aber so ist es nicht. Die Statistiken und der Städtevergleich zeigen, dass die Lage sehr ernst ist."

Eustacchio fordert mehr Polizei und mehr Kompetenz für Bürgermeister Siegfried Nagl: "Jeder Bezirkshauptmann hat mehr Einflussmöglichkeiten auf die Polizei als Nagl." Alarmierend ist auch die Aufklärungsquote: Bei Einbrüchen liegt sie in Graz bei sechs Prozent (Wien: fünf, Linz sieben Prozent).

Städtevergleich
Die Zahlen stammen aus 2009 – das Innenministerium beantwortete jetzt eine Anfrage der FPÖ:

  • Einbrüche: Graz ist mit 4.129 Fällen Zweiter hinter Wien (54.932), aber vor Linz (3074) und Salzburg (2357).
  • Diebstähle: Auch hier liegt Graz mit 8.133 Fällen schon an zweiter Stelle hinter Wien. Linz (5.870), Salzburg (4.615), Klagenfurt (3.213) folgen.
  • Schwerer Raub: Vor Salzburg (24) und Linz (49) ist Graz mit 50 Fällen auch hier hinter Wien (1.015) Zweiter.
  • Raub, schwere Körperverletzung, Nötigung: Auch hier ist Graz Nummer zwei in Österreich.

Sicherheitstipps

  • Türen - einbruchhemmendes Schloss mit besonders geschütztem Profilzylinder; im Mauerwerk verankerte oder verlängerte Schließbleche; Weitwinkelspion...
  • Fenster - gekippte Fenster sind offene Fenster; Rollläden sollten zumindest gegen das Hochschieben gesichert werden; absperrbare Zusatzsicherungen (Aufbruchsperren) - Vorsicht: Absperrbare Fenstergriffe allein genügen nicht, Fenster werden oft aufgehebelt; Fenster und Balkontüren in oberen Stockwerken nicht vergessen, Mülltonnen, Kisten, Gartenmöbel usw. dienen oft als Kletterhilfen...

von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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