In Wien auch nötig?

„Duschbus“ für Obdachlose in Hamburg gestartet

In Hamburg ist vor kurzem der neue „Duschbus“ für obdachlose Menschen an den Start gegangen. Für das Projekt wurden unter dem Motto „Waschen ist Würde“ Spenden in Höhe von 160.000 Euro via Crowdfunding gesammelt. In der norddeutschen Stadt gibt es nämlich nur 22 Duschplätze - für 2000 Wohnungslose. Wie die Lage für obdachlose Menschen in Wien ist und ob ein solcher „Duschbus“ ebenfalls benötigt wird, hat City4U den Caritas-Sprecher Klaus Schwertner gefragt.

„Es gab früher tatsächlich einen Duschbus in Wien. Der erste Canisibus war nämlich ein Campingbus, der obdachlosen Menschen auch eine Duschmöglichkeit bot. Dieser war zum ersten Mal am 8. Oktober 1990 unterwegs. Damals gab es praktisch noch keine Tageszentren“, erzählt der Sprecher der Caritas, Klaus Schwertner, im City4U-Gespräch. Körperpflege ist aber nur eines von vielen Problemen, mit denen die 12.817 wohnungslos in Wien gemeldeten Menschen (Stand 2017) zu kämpfen haben.

Probleme, die Sozialarbeiter, Psychologen, Streetworker und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter und engagierte Bürger, lösen wollen. Wenn man schon kein Dach über dem Kopf hat, soll man zumindest einen Ort haben, an dem man sich pflegen, ein paar Stunden ausrasten, Mahlzeiten zu sich nehmen und mit Menschen reden kann. Diese Bedürfnisse decken die Tageszentren in Wien ab. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass jedes Notquartier und alle Tageszentren, mit der einzigen Ausnahme des Tageszentrum Stern, Duschmöglichkeiten bieten. Auch Notfallskleidung und Hygieneartikel werden zur Verfügung gestellt“, beschreibt Schwertner. Die Notwendigkeit für einen eigenen „Duschbus“ sieht der Caritas-Sprecher derzeit nicht gegeben. „Die Caritas bietet rollende Arztpraxen, den Kältebus und den Canisibus als mobilen Suppenbus an.“ Man müsse aber jedoch immer genau hinschauen und innovative Lösungen für etwaige Engpässe vordenken. 

Zur Zeit gibt es 950 Notschlafplätze in Wien. Diese sind den ganzen Winter gut gefüllt. Durchschnittlich sind jede Nacht etwa 900 Betten belegt. „Allerdings gibt es kaum Möglichkeiten für Paare, gemeinsam untergebracht zu werden. Hier gibt es sogar eine Warteliste. Um jene, die in keiner Notschlafstelle schlafen können oder wollen, kümmern sich die Teams der Mobilen Sozialen Arbeit. (City4U hat bereits über die Mitarbeiter von „sam“ berichtet.) Diese Personen werden dann mit Schlafsäcken versorgt.

Jänner 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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