20.01.2020 08:15 |

Appell

Kritik: „Die Kindergarten-Gruppen sind zu groß“

Die engagierten Teams in unseren Kindergärten leisten wichtige Basisarbeit: Die Kleinen – vor allem bei Krabbelgruppen steigt der Bedarf – werden aufs Leben vorbereitet. Personal ist nach wie vor knapp. Rück- und Ausblicke gibt es beim „Tag der Elementarpädagogik“.

Die rund 3500 Kindergartenpädagoginnen in Salzburg haben keine einfache Zeit hinter sich: Es gab viel Protest gegen das neue Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz. Im Vorjahr wurde es schließlich durchgepeitscht. Es ging vor allem auch um die Angleichung von Schließzeiten und Vorbereitungszeiten der Pädagoginnen. Seit September ist es in Kraft. Mit dem Bildungsrahmenplan bekamen die Teams auch eine Art „Lehrplan für die Kleinsten“ vorgelegt. Nach anfänglicher Skepsis habe sich der Umgang damit gut eingependelt, meint Ilona Schwaiger, die den „Tag der Elementarpädagogik“ am Freitag im Salzburger Bildungshaus St. Virgil federführend organisiert. Man will zu diesem Anlass vor allem auch über Positives reden: „Wir bereiten die Kinder aufs Leben vor“, meint Schwaiger.

Kritik an zu großen Kindergarten-Gruppen
Als Knackpunkt sieht sie den Betreuungsschlüssel, der im Gesetz nicht genau geändert wurde: Für bis zu 22 Kinder ist nur eine einzige Pädagogin verantwortlich. Viele Einrichtungen leiden unter steigender Personalnot. 51 Jobs sind derzeit auf verschiedenen Plattformen in der Kinderbetreuung gelistet. Die Nachfrage vor allem nach neuen Krabbelgruppen ist groß. Schwaiger: „Ich bin sehr dafür, dass sie ausgeweitet werden.“

Durch die Änderungen im Gesetz wechseln Pädagoginnen auch kaum noch, weil sie dann freie Tage verlieren. Hoffnung ist der Nachwuchs aus den Schulen. Die Zukunft der BAfEP (Schule für Elementarpädagogik) an der Salzburger Schwarzstraße ist aber noch ungewiss. Die Schulschwestern aus Vöcklabruck ziehen sich als Träger zurück, die Erzdiözese will übernehmen. Mittlerweile hat sich auch eine neue Option aufgetan: Die Stadt Salzburg könnte sich eine Übernahme vorstellen. Was das konkret bedeutet, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.

Sabine Salzmann

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