15.01.2020 06:01 |

Zu wenige Plätze

Jüngster Patient auf Psychiatrie erst 3 Jahre alt

Essstörungen, Zwangsneurosen, Depressionen, abnormes Sozialverhalten: In Wien müssen immer mehr Kinder in psychiatrische Behandlung - teilweise schon Sprösslinge, die gerade aus dem Krabbelalter sind und kaum reden gelernt haben. Therapieplätze gibt es jedoch viel zu wenige, kritisiert der Stadtrechnungshof.

Der jüngste Psychiatriepatient im Neurologischen Zentrum Rosenhügel war gerade mal drei (!) Jahre, der jüngste Patient im AKH sieben Jahre alt. Der Skandal steht ein paar Seiten weiter: Weil der Wiener Spitälerverbund (KAV) viel zu wenige Betten und Ärzte in diesem Spezialbereich hat, mussten von 2015 bis 2018 insgesamt 542 Minderjährige bei Erwachsenen untergebracht werden.

„Optimale Versorgung sicherstellen“
Schon Zwölfjährige wurden in viel zu engen Viererzimmern mit Männern und Frauen gesteckt. Zu Patienten, die geistig ebenfalls einer Behandlung bedürfen. Höhepunkt war der gewalttätige Übergriff auf ein junges Mädchen 2018. Stadt Wien und KAV gelobten Abhilfe. Seither wird die Jugendpsychiatrie kräftig ausgebaut, hinkt dem Bedarf aber immer noch hinterher. Ingrid Korosec (ÖVP): „Es darf keinesfalls zu weiteren Vorfällen kommen. Die Kritik der Prüfer muss dazu genutzt werden, eine optimale Versorgung hier sicherzustellen.“

Causa Rudolfstiftung: Hausdurchsuchungen
Zur nächsten KAV-Baustelle: Bei der Sanierung der Rudolfstiftung hat es Preisabsprachen gegeben. Ein Mitarbeiter wurde suspendiert, ein weiterer versetzt. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat sechs Tischlereien durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Die Auswertung läuft.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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