Nachbar fand tote Frau

Mordverdacht nach Fenstersturz: „Mein Baby!“

Erster Mordalarm im neuen Jahr in der Nacht auf Montag in Attnang-Puchheim: Gegen 23.30 Uhr lag Petra Sch. tot vorm Haus. Über ihr kniend ihr Lebensgefährte, schreiend: „Mein Baby.“ Doch warum stürzte die 50-Jährige aus dem Fenster im 3. Stock? Wurde sie gestoßen? Die Obduktion ergab keine Fremdeinwirkung.

Es war eine gespenstische Szene: Kurz vor Mitternacht zuckten die Blaulichter vor dem Mehrparteienwohnhaus in der Bahnhofstraße 2a in Attnang. Eine kurze Rückblende:Der Bruder von Mario Marić (28) wollte kurz vor Mitternacht heimgehen, als er merkte, dass unten vor der Haustüre etwas los ist. Er wagte sich nicht hinaus, rief seinen Bruder. Mario Marić zur „Krone“: „Ich bin runtergelaufen. Als wir die Haustüre aufgemacht haben, ist meine Nachbarin am Boden gelegen. Ihr Freund ist auf ihren Füßen gekniet“ - mehr dazu im Interview rechts.Marić wohnte im 3. Stock Tür an Tür mit der Verstorbenen.

Notarzt konnte nicht helfen
Die Brüder verständigten über Notruf Rettung und Polizei. Doch auch der Notarzt konnte Petra Sch. nicht mehr helfen. Sie dürfte aus dem Gangfenster im dritten Stock gestürzt sein.
Die Attnangerin hatte das Kunstgewerbe angemeldet und Schmuck sowie Zierrat hergestellt, die sie auf Adventmärkten unter dem Namen „Petras Kreativbox“ verkaufte. Ihr Freund, ein 64-Jähriger aus Stadl-Paura, ist unter Mordverdacht.

Ermittlungen laufen noch
Die Staatsanwaltschaft Wels ordnete eine Obduktion an.Sprecherin Silke Enzlmüller: „Die Autopsie hat keine Anhaltspunkte ergeben, die auf Mord schließen lassen. Es besteht kein dringender Tatverdacht, deshalb wurde der Verdächtige auf freien Fuß gesetzt. Es könnte ein Unfall gewesen sein. Die Ermittlungen sind nicht abgeschlossen.“

„Er hat gesungen und irre gelacht“
Erst um 4 Uhr früh kam Wohnungsnachbar und Augenzeuge Mario Marić (28) aus Attnang-Puchheim nach dem Dramains Bett.

„Krone“: Sie standen direkt vor der Leiche. Wie verhielt sich der Freund der Toten?
Mario Marić:
Er hat zwei, drei Sekunden lang gesungen, dann zwei, drei Sekunden gelacht, dann immer wieder ,Mein Baby, mein Baby‘ gesagt. Er war sehr betrunken. Er hatvier Versuche gebraucht, um aufzustehen.

„Krone“: Ist Ihnen vorher schon einmal etwas aufgefallen, gab es Streitigkeiten?
Marić:
Nein, die Frau hat erst seit einem Jahr in unserem Haus gewohnt.

„Krone“: Für Sie war es auch eine lange Nacht.
Marić:
Ja, schon. Ich bin erst um 4 Uhr früh von der Polizei nach Hause. Die Einvernahme hat so lange gedauert. Ich konnte nach der Aufregung erst um 6 Uhr einschlafen.

Christoph Gantner, Claudia Tröster/ Kronen Zeitung

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Dienstag, 29. September 2020
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