Massiver Pilzbefall

Skandal um verwahrlosten Häftling in Justizanstalt

Jahre ist es her, als der Fall Wilhelm S. erschütterte. In der Zelle des Häftlings der berühmt-berüchtigten Justizanstalt Stein (Niederösterreich) roch es nach Verwesung. Der Insasse hatte seine Füße verfaulen lassen - aus „Protest gegen das Justizsystem“. Viel wurde danach evaluiert, reformiert. „So etwas darf nie wieder passieren“, hieß es. Jetzt droht der nächste Skandal.

Ausgerechnet in Asten (OÖ), jener Justizanstalt und Forensischen Psychiatrie, die nach der oft zitierten „Schande von Stein“ zur Vorzeigeeinrichtung in Sachen „Umgang mit psychisch kranken Straftätern“ auserkoren wurde. Genau dorthin wurde der heute 22 Jahre alte Adem C. im Mai 2019 verlegt. Pediküre stand keine am Häfn-Plan, sonst hätte man das alles wohl schneller entdeckt.

Massiver Pilzbefall
Erst Ende Juni attestierte ein Arzt einen massiven Pilzbefall der Zehen. Weitere Monate verstrichen, bis der schizophrene Rechtsbrecher in einer Augustnacht ausrastete und ins Spital gebracht wurde. Beim Anblick der verfaulenden Zehen läuteten die Alarmglocken, sofort wurden Spezialisten der renommierten Kepler-Uniklinik beigezogen. „Eine Gutachterin ertrug den Anblick nicht, sprach von Verwahrlosung“, sagen Insider. Der Fall soll an höchster Justizstelle gemeldet worden sein. Dann wurde es still.

In der lange unter Verschluss gehaltenen Causa Wilhelm S. wurden drei Beamte zur Rechenschaft gezogen - obwohl der mittlerweile verstorbene Mörder seine Füße mit Absicht verwesen ließ. In der Justizanstalt Asten ist man das Problem „Häftling Nr. 162551“ (vorerst) los. Er wurde nach Göllersdorf verlegt.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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Montag, 21. September 2020
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