Thomas Königstorfer:

„Sind halbe Million über dem Plan“

Knapp ein Jahr ist es her, dass Thomas Königstorfer als Kaufmännischer Direktor ans Landestheater Linz zurückkehrte. Was sich in diesem Jahr für ihn und das Theater verändert hat und wie es gelang, in der bisherigen Saison mit den historisch besten Besucherzahlen aufzuwarten, erzählt er im „Krone“-Interview.

„Krone“:Wie war Ihr „neues“ erstes Jahr am Landestheater?

Thomas Königstorfer: Zweigeteilt. Einerseits sehr positiv, da mich die vielen Auszeichnungen, die wir heuer bekamen, freuen. Andererseits war es auch ein Jahr des intensiven Lernens. Als müsste ich mich an ein neues Auto gewöhnen. Der Prozess des Wieder-Kennenlernens ist im Gange.

Steht das Haus heute besser da als vor einem Jahr?

Vor einem Jahr gab es große Verunsicherung wegen der Theatervertrags-Kündigung. Wir haben uns aber für einen offensiven Weg entschieden, um mehr Publikum zu gewinnen. Das ist gelungen: Die ersten vier Monate der aktuellen Saison waren mit 115.000 verkauften Tickets und 3,2 Millionen Euro an Einnahmen daraus die im Vergleichszeitraum historisch besten. Und wir sind damit sogar eine halbe Million Euro über unserem Plan.

Wie wurde das erreicht?

Durch einen früheren Saisonstart und vorgezogene Premieren, die uns mehr Vorstellungen im Großen Saal des Musiktheaters ermöglichten, rund 20 im Monat. 80 Prozent unserer Einnahmen kommen aus diesem Saal. Insgesamt zehn Millionen Euro an Einnahmen wollen wir erzielen.

Welche Sparmaßnahmen gab es sonst noch?

Ich glaube nicht, dass es ein Sparpaket war. Wir haben Dinge hinterfragt. Niemand musste gehen, aber wir waren bei Nachbesetzungen zurückhaltend oder besetzten Voll- mit Teilzeitstellen nach. So sind es jetzt einige Positionen weniger. Aber wir investieren auch insgesamt 6 Millionen €, etwa in die Erneuerung der Bühnentechnik im Schauspielhaus, das wird im Sommer 2020 gemacht werden.

Werden Tickets teurer?

Wir werden im Rahmen der Inflation anpassen, aber der höchste Preissprung wird bei einem Euro in der höchsten Preisklasse liegen.

Nach der Kündigung des Theatervertrags wurde eine neue Vereinbarung zwischen Bruckner Orchester und Brucknerhaus getroffen, die mit 2020 wirksam wird. Ist die T.O.G. Gewinnerin dieser Vereinbarung, immerhin muss die Stadt Linz 650.000 Euro für die Konzerte zahlen?

Gewinner ist das Publikum. Aber die neue Situation ist für uns, dass wir fünf der zehn Konzerte selbst veranstalten, Risikoträger sind und daher auch die Ticketeinnahmen bekommen.

Im Frühjahr geht das Orchester in Deutschland auf Tournee. Wird auch die Wirtschaft mit dabei sein?

Ja, rund um das Konzert in Düsseldorf planen wir ein Programm. Tourneen haben für uns Potenzial, denn das Orchester hat damit ein Alleinstellungsmerkmal als Kulturbotschafter im Land. Auch die OÖ-Tournee war ein Erfolg und wir wollen unsere Präsenz daher außerhalb von Linz weiter verstärken. Etwa mit einer Kooperation mit den Gmundner Festwochen schon im kommenden Sommer.

Wie sieht es mit Sponsoring aus der Wirtschaft aus?

Das ist ein zentrales Thema für das Jahr 2020, wir sind dabei, unsere Hausaufgaben zu machen.

Welche Produktionen haben Ihnen persönlich heuer am besten gefallen?

„Ritter, Dene, Voss“, „Sister Act“, „Le Sacre“.

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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