19.12.2019 11:40 |

Projekte in Gefahr

Scharfe Steidl-Kritik an der Kassenfusion

Die Fusion der Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse stößt auf breite Kritik. Salzburgs SPÖ-Chef Walter Steidl geht mit den Verantwortlichen hart ins Gericht. Er sieht Probleme für die Zukunft, vor allem wenn es um regionale Angelegenheiten geht. Kurze Wege werden nicht mehr möglich sein.

„Das Ganze ist so nicht einzusehen“, sagt Walter Steidl zur Fusion der Gebietskrankenkassen. Wie berichtet, werden in Salzburg nur 30 Millionen Euro für Projekte in der Region überbleiben. 250 Millionen Euro an Rücklagen aus Salzburg wandern in Richtung Wien in die neue Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK). „Das ist sauber und hart verdientes Geld der Salzburger Arbeitnehmer“, so Steidl. Er vermutet, dass die Fusion nur angestrebt wurde, um an die Rücklagen der Kassen aus den Bundesländern zu kommen.

Kritik äußert er auch an Gesundheits- und Finanzreferenten Christian Stöckl (ÖVP). „Er hatte ja versprochen, dass das Geld in Salzburg bleibt.“ Viel blieb im Endeffekt nicht mehr über.

Gerade wenn es um regionale Gesundheits- und Präventionsprojekte geht, wird es laut dem SPÖ-Chef in Zukunft wesentlich schwieriger an die nötigen Gelder zu kommen. Deshalb hatte die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) auch die millionenschweren Rücklagen gebildet um diese, wenn nötig, einsetzen zu können. „Ich bezweifle stark, dass man genug Geld aus einem zentralen Topf bekommen wird. Einen kurzen Weg, um auf Probleme reagieren zu können, wird es nicht mehr geben“, sagt Steidl. Als Beispiel nennt er einen Mühlbacher Arzt der sich direkt neben dem Seniorenheim ansiedelte, aber zu Beginn die dortigen Bewohner nicht behandeln durfte. Eine Lösung mit der GKK wurde aber schnell gefunden. „Das wird es in der Zukunft wahrscheinlich nicht mehr geben“, ist Steidl überzeugt.

Felix Roittner
Felix Roittner
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