18.12.2019 08:00 |

Deutscher geständig

Anklage gegen irren Raser

Zuerst fuhr der Audi-Lenker als Geisterfahrer, dann jagte er über 100 Autobahn-Kilometer der Polizei davon. Drei demolierte Autos, zwei Schüsse aus Dienstwaffen und ein durchbrochener Schranken: Alles Fakten, die sich in der Anklage gegen den Deutschen finden. Er sitzt seit dem Nationalfeiertag. Die Vorwürfe gibt er zu.

Was hat ihn zu der wahnwitzigen Fahrt getrieben? Diese Frage wird der vorsitzende Richter Peter Egger beim kommenden Prozess dem Deutschen (60) stellen. Es ist nämlich schier unbegreiflich, wie der Raser sich am Abend des Nationalfeiertages verhalten hat: Vorsätzliche Gemeingefährdung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Sachbeschädigung wirft ihm nun Staatsanwalt Andreas Allex vor. Mit seiner Fahrweise habe er gleich mehrere Menschen gefährdet – nicht nur das Leben von Polizisten.

Mit mehr als 200 km/h und im Zick-Zack auf A10
Begonnen hat aber alles mit einer kurzen Geisterfahrt: Unmittelbar vor einer Ausfahrt einer Raststation nahe Kuchl habe der Audi-Fahrer mit Kokain im Blut plötzlich seinen Wagen gewendet. Vier Kilometer fuhr er auf der falschen Spur. Als er eine Polizei-Sperre sah, drehte der Deutsche um – und bretterte davon. Teils mit mehr als 200 Sachen peitschte der bereits Vorbestrafte durch das Innergebirg in Richtung Kärnten.

Dabei kam es mehrfach zu gefährlichen Situationen: wie vor dem Ofenauer Tunnel bei Golling. Während eine Blechkolonne vor der roten Ampel stand, brauste der Deutsche vorbei. Selbiges beim Tauerntunnel. Da er im Zick-Zack-Kurs fuhr, konnte die Polizei ihn nicht stoppen. Selbst die Schrankenanlage bei der Mautstelle St. Michael im Lungau hielt ihn nicht auf. Erst in Kärnten war Schluss: Bei der Ausfahrt Eisentratten konnte ihn ein Streifenwagen abdrängen und letztlich stoppen – obwohl er nach einer Kollision weiter fahren wollte. Und wäre ihm nicht der Sprit ausgegangen, wie der Deutsche im Verhör meinte, wäre er weiter geflüchtet.

Deutscher gesteht laut Anwalt die Vorwürfe
Jedenfalls widersetzte er sich auch der Festnahme. Im Zuge dessen feuerten Polizisten auch Schüsse aus ihrer Dienstwaffe ab.

Seither fristet der Deutsch ein Zellen-Dasein. Und wird voraussichtlich bis zum Prozess dort bleiben: „Mein Mandant wird sich geständig zeigen“, verrät Verteidiger Kurt Jelinek. Wann die Verhandlung stattfindet, steht noch nicht fest.

Antonio Lovric

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