18.12.2019 18:59 |

Online-Handel boomt

„Wir finanzieren 30.000 Arbeitsplätze im Ausland“

Nachhaltigkeit und Konsum - wie passt das zusammen? Jetzt zur Weihnachtszeit geben die Menschen wieder besonders viel Geld für Kleidung, Elektronikgeräte und andere Produkte aus. Der boomende Online-Handel und seine Auswirkungen auf das Klima trüben jedoch die Weihnachtsstimmung. Katia Wagner und ihre Gäste gingen diesmal der Frage nach, wie stark der Konsum unserem Planeten schadet. Den ganzen Talk sehen Sie im Video oben.

„Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, das zum Glück auch immer mehr zum Trend wird“, sagt Kimberly Budinksy. Als Influencerin schaut sie stets darauf, dass sie nur Produkte bewirbt, die sich auch mit ihrer Einstellung vertreten lassen: „Ich versuche damit immer wieder auf diesen Konsumwahn aufmerksam zu machen.“ Vom vieldiskutierten „Black Friday“ hält die Miss Earth 2016 daher eher wenig.

„In der Mode kann man gar nicht im Trend bleiben“
Sasa Schwarzjirg ist neben ihrem Job als Moderatorin auch als Mode-Redakteurin tätig. Ihr eigenes Konsumverhalten hat sich durch die Flut an neuen Trends, die wöchentlich von dieser Branche kommen, verändert: „Je länger ich Mode-Redaktionen betreue, desto seltener kaufe ich. Ich weiß, dass ich gar nicht im Trend bleiben kann, weil mein Budget nicht so viel hergibt.“

Auch von Billigproduktionen in der Fashion-Branche hält sie wenig: „Ich würde mir nie um 40 Euro ein Dirndl im Internet kaufen, wenn wir so großartige österreichische Designer haben, die auch in Österreich produzieren.“

Das Problem von Selbstinszenierungsplattformen wie Instagram sei laut Schwarzjirg auch, dass sie vielen Jugendlichen eine Scheinwelt vorspielen: „Früher konnten sich die neueste Mode nur die reichen Frauen, die lange dafür gearbeitet haben, leisten. Heute bekommen Influencerinnen die neueste Mode einfach gratis zugeschickt.“

„Wir finanzieren 30.000 internationale Arbeitsplätze“
Der Geschäftsführer des Handelsverbands Rainer Will weiß über das Kaufverhalten der Österreicher bestens Bescheid und behandelt in seinem Buch „Wie real bist du?“ die Auswirkungen des stetig wachsenden Online-Handels auf den stationären Handel: „Pro Jahr geben die Österreicher 4,5 Milliarden Euro bei internationalen Online-Händlern aus Drittstaaten aus. Dadurch werden 30.000 Arbeitsplätze im Ausland nur durch unsere Konsumenten finanziert.“

Dass jeder nur noch „am Handy hängt“ sei außerdem eine „ungesunde Entwicklung“ in der Gesellschaft: „Bekannte Influencerinnen wie Kim Kardashian verdienen mit einem kommerziellen Tweet das Drei- bis Vierfache des Jahresgehalts unseres Bundeskanzlers.“ Problematisch sei auch die „Schere, die dabei aufgeht“: „Einerseits fühlen wir uns Greta Thunberg zugehörig, andererseits bestellen wir in Massen bei Online-Händlern.“

„,Black Fridayist Erkrankung des Systems
„Wir können nicht unbegrenzt wachsen, auch die Wirtschaft nicht“, warnt die Expertin für Konsumfragen bei Greenpeace, Lisa Panhuber: „Wir befinden uns in einer Klimakrise und was wir im Moment machen, ist Raubbau an unserem Planeten.“

Besonders wichtig sei auch die Frage, warum wir so viel konsumieren und ob uns „materieller Besitz“ wirklich glücklicher macht. Die massenhafte Schnäppchenjagd, auf die sich so viele Menschen mittlerweile am „Black Friday“ begeben, ist einer „Erkrankung unseres Systems“ zu verschulden: „Das sind Leute, die von Medien, Werbung und ihren Stars vorgegaukelt bekommen, wie wichtig es ist, viel zu besitzen.“

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Sie sind natürlich wieder herzlich eingeladen, hier im krone.at-Forum oder auch auf Facebook und Twitter unter dem Hashtag #brennpunkt mitzudiskutieren. Wir freuen uns auf Ihre Meinung!

Sämtliche Ausgaben unseres Talk-Formats #brennpunkt - immer mittwochs ab 19 Uhr auf krone.tv und hier auf krone.at sowie um 22 Uhr bei n-tv Austria - mit Moderatorin und Kolumnistin Katia Wagner zum Nachsehen finden Sie unter krone.at/brennpunkt.

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