15.12.2019 08:00 |

Steirer in großer Not

Immer geschuftet, doch die Lage ist hoffnungslos

Sie leben von seiner kleinen Pension, schuften von früh bis spät - und haben nicht einmal genügend Essen, kein warmes Wasser, dafür Eiszapfen auf dem kalten WC! Diese Steirer haben ihr Leben lang nur gekämpft, gespart, geschuftet. Jetzt geht’s nicht mehr.

Wenn eine alte Frau vor einem sitzt, mit den abgearbeiteten Händen, die sie niemals in den Schoß gelegt hat oder legen durfte, und die dann hemmungslos zu weinen beginnt, weil sie einfach nicht mehr weiterweiß - glauben Sie uns, das macht tief und nachhaltig betroffen. Dem Ehepaar merkt man an, dass ihm nie etwas geschenkt worden ist. In einem Album sehen wir Bilder von früher, wo sie sich als Kinder mit notdürftigem Schuhwerk neben einem Ochsenkarren durch den Schnee kämpfen. Per Hand haben sie immer Bergwiesen noch mit der Sense gemäht, sich über einen guten Ochsen gefreut, dessen Verkauf sie eine Zeit lang über die Runden gebracht hat, wenn sie richtig sparsam waren.

Entzückende Menschen sind das, so herzliche. Sie bieten uns Kaffee und Kekse an; zu spät merken wir, wie sie das Pulver dafür mühsam aus der Dose kratzen, dafür sicher auf ihren eigenen Frühstückskaffee verzichten müssen, und wir sind sehr beschämt. Die wertvollen Kekse werden sorgsam in ein Schüsserl gelegt; das in unserer Wohlstandsgesellschaft, wo Lebensmittel für viele nichts mehr wert sind.

Auch die Gesundheit ist angeschlagen
Das Ehepaar, bald 80 Jahre alt ist es, gesundheitlich schwer angeschlagen, längst sollte es im Warmen sitzen, endlich ruhen können, den Lebensabend genießen. Stattdessen sitzt die Frau da und weint bitterlich.

Nur kleine Pension
Sie selbst hat, trotz der jahrzehntelangen Schinderei, nicht einmal eine Pension in unserem Wohlstandsstaat. Sie leben von der kleinen vom Mann - von dem sie auch noch die Raten für den verschuldeten Hof zurückzahlen müssen! Der ihnen nicht einmal mehr gehört. Der Sohn ist, wie sagt man das, ohne seine Persönlichkeitsrechte zu verletzen, im Moment nicht in der Lage, sich darum zu kümmern und auch nicht zu Hause.

Auch der Enkel arbeitet schwer
Der Enkel wiederum ist 18 - und wissen Sie, was der junge Bursche, der sein Leben doch auch genießen sollte, tun muss? Um halb fünf Uhr früh aufstehen. Tag für Tag, die Kühe versorgen. Danach zu seinem körperlich fordernden Job. Danach sofort heim, am Hof arbeiten! Und seine Lehrlingsentschädigung geht auch noch in die Schuldentilgung.

Eiszapfen in der Toilette
Das Haus, dessen Grundfesten aus dem 16. Jahrhundert stammen, ist eiskalt, nämlich wirklich. Nur ein Zimmer für die Großeltern ist geheizt, mit einem kleinen Öferl; für das das Holz aber jetzt ausgeht. Im Rest ist es kälter als draußen im Freien. Die Dusche kann wegen der Kälte längst nicht mehr benutzt werden, es gibt ja außerdem gar kein Warmwasser im Haus! In der Toilette hängen im Winter die Eiszapfen, der Atem geht einem kalt in einem Eishauch weg. In der Wohnung. Wie zum Hohn steht daneben ein (nackter) Rohbau. Der hätte ihr (warmes) Ausgedinge werden sollen. Die Fertigstellung - finanziell undenkbar. Und weil das alles noch nicht reicht, um alte Menschen in die Knie zu zwingen, haben Schädlinge das Gras heuer vernichtet. Die Kühe haben nichts mehr zu fressen.

Übrigens: Nicht sie selbst haben uns um Hilfe gebeten! Das haben andere getan. Die da einfach nicht mehr zusehen konnten.

Dringend benötigt
Um nur das Nötigste in diesem uralten Haus herrichten zu können, sind wir auf viele Spendengelder angewiesen. Aber selbst die werden keinesfalls ausreichen können. Daher hoffen wir - zu Weihnachten darf man das - auf großherzige Unternehmer, die uns den einen oder anderen Handgriff günstig verrechnen oder vielleicht sogar schenken. Benötigt wird (Bereich Obersteiermark):

  • Gesamtkonzepte dafür, dass man das Haus im Winter heizen kann, sowie Soforthilfe in Sachen Trockenlegung und Warmwasser.
  • Die Trockenlegung des Auslaufes für die Kühe; so können die Tiere über den kommenden Winter nicht gehalten werden. Also Erdbewegung, Betonieren.
  • Bioheu für den bio-zertifizierten Betrieb.

UNSER SPENDENKONTO
IBAN: AT07 2081 5025 0071 8404
Kennwort: „Die Krone hilft“

Gerne nehmen wir Angebote, auch solche zur kostenlosen Arbeitsleistung am Hof, entgegen. Per Mail: claudia.fulterer@kronenzeitung.at oder telefonisch unter 05/7060-56151.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
Claudia Fulterer
Claudia Fulterer
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