11.12.2019 06:37 |

Schlupflöcher dabei

Russland und das Doping: Sperre noch zu mild

Zu hart oder zu milde? An der vierjährigen Sperre für Russlands Sportler scheiden sich naturgemäß die Geister. Im größten Land der Erde spricht man von Verfolgungswahn, doch den meisten Experten und Beobachtern ist die Strafe zu milde, weil sie Schlupflöcher enthält. Der russische Präsident Wladimir Putin lässt eine Berufung prüfen.

In Moskau herrscht naturgemäß Empörung. Als Teil einer „chronischen Anti-Russland-Hysterie“ bezeichnete Ministerpräsident Dimitri Medwedew die Entscheidung. Allerdings gab sogar der 54-Jährige zu: „Es ist unmöglich zu leugnen, dass es signifikante Doping-Probleme im russischen Sport gibt.“ Staatsoberhaupt Wladimir Putin schließt nicht aus, gegen die Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof vorzugehen. „Wir müssen uns diese Entscheidung genau anschauen“, erklärte er.

Der Rest der Welt begrüßt die Sperre. Den meisten geht sie allerdings nicht weit genug, weil sie den russischen Athleten das Schlupfloch des Antretens unter neutraler Flagge bietet.

So meinte WADA-Vizepräsidentin Linda Helland (Nor): „Ich hätte unverwässerte Sanktionen befürwortet. Das sind wir den sauberen Athleten schuldig.“ Zumindest sollen alle russischen Sportler, die „neutral“ antreten wollen, rigoros getestet werden.

Eishockey-WM bleibt
In vielen Punkten fehlt eine klare Linie. Etwa punkto an Russland vergebener Weltmeisterschaften. Es könnte aber sein, dass etwa die Rodel-WM 2020 oder die Volleyball-WM 2022 doch nicht dort stattfinden. Hingegen will der Eishockey-Weltverband die WM 2023 nicht neu vergeben.

Kronen Zeitung

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