10.12.2019 11:43 |

Einsatz in der Ukraine

„Vier Pfoten“ versorgte 2019 über 2000 Streuner

Das „Vier Pfoten“-Streunerprojekt in der Ukraine blickt auf ein weiteres erfolgreiches Jahr zurück: 2019 behandelte das Team 2275 heimatlose Hunde und Katzen in mehreren Städten. Die Tierschutzorganisation startete das Projekt 2012 als Reaktion auf die brutale Tötung von Streunerhunden vor der UEFA-Fußballmeisterschaft in Kiew. Seither wurden 25.000 Tiere in 49 Städten gefangen, geimpft, kastriert und behandelt.

Die Ukraine weist nach Angaben der WHO das höchste Aufkommen von Tollwutfällen in Europa auf. Ziel des „Vier Pfoten“-Projekts ist es, die Streunerpopulation im Land zu verringern und Tollwutausbrüche langfristig zu verhindern – ohne dabei Tiere zu töten. Mit Aufklärungskampagnen wird außerdem das Bewusstsein für streunende Tiere in der Bevölkerung verbessert. Das Projekt umfasst unter anderem eine dreijährige Kooperation zur Kastration von Streunern in einer Klinik in der Stadt Zhytomyr sowie eine mobile Tierklinik. Das mobile Veterinärteam unterstützt Gemeinden effizient vor Ort.

Tierärzte und sogar Hundefänger werden geschult
Um das brutale Töten von Streunern zu verhindern, verwendet „Vier Pfoten“ die Catch-Neuter-Vaccinate-Release-Technik, die die Anzahl der Streuner auf humane und nachhaltige Weise reduziert. „Unser Team vor Ort schult Hundefänger und Tierärzte und zeigt ihnen, wie man das Fachwissen in die Praxis umsetzt. Anhand der jährlichen Zählungen sehen wir, dass jene Städte, die die Arbeit von ‘Vier Pfoten‘ fortsetzen, deutlich weniger Streuner aufweisen“, sagt Alesya Lischyshyna, Leiterin des Streunerprojekts von „Vier Pfoten“ in der Ukraine.

Tollwutprävention kommt Mensch und Tier zugute
Ohne Kontrollmaßnahmen und Impfungen wächst die Zahl der Streuner rasch; gleichzeitig steigt das Risiko von Tollwutausbrüchen. „Vier Pfoten“ impft daher alle streunenden Hunde, die für eine Kastration eingefangen werden, um die Ausbreitung des Virus bei Hunden zu verhindern. Die Krankheit verläuft nach Auftreten der Symptome tödlich, daher haben viele Menschen Angst vor den Tieren und begegnen ihnen oft mit Gewalt.

Missverständnisse abbauen, Konflikte vermeiden
„Wenn die Leute unsere blaue Ohrmarke sehen, wissen sie, dass das Tier gegen Tollwut geimpft und kastriert ist. Man muss wissen: Das Töten der Tiere ist keine nachhaltige Lösung. Deshalb ist es ein wichtiger Aspekt unseres Projekts, die Menschen über die Situation der Tiere und unsere Arbeit vor Ort aufzuklären. Durch die Sensibilisierung der Bevölkerung wollen wir Missverständnisse und Ängste gegenüber den Tieren abbauen und Konflikte vermeiden“, sagt Lischyshyna.

Rechtlicher Rahmen gesichert
Zählungen zufolge leben mindestens 50.000 Hunde ohne Zuhause in der Ukraine. Für Katzen gibt es keine Schätzungen –wahrscheinlich sind es mehrere Millionen. Im Jahr 2017 setzte die Ukraine einen wichtigen Meilenstein, indem sie ein Gesetz zum Schutz von Streunern einführte. Außerdem hat das Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen eine Absichtserklärung zum Schutz von Streunern unterzeichnet. Mit dieser Rechtsgrundlage kann „Vier Pfoten“ auch weiterhin die Lebensumstände für Streuner verbessern, ihre Population auf humane Weise reduzieren und Tollwutausbrüche langfristig verhindern.

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