10.12.2019 14:15 |

Fendrich im Interview

„Bei Salzburg denke ich zuerst an Nockerln“

Nach der Eröffnung der Sektion I des zellamseeXpress in Viehhofen wärmte Rainhard Fendrich Tausenden Fans an der Bergstation des areitXpress mit Hits das Herz. Mit der „Krone“ sprach er über sein Album „Starkregen“, Salzburger Nockerln und warum er aufs Skifahren verzichten muss. Politisch wurde es auch.

Herr Fendrich, wie würden Sie einem Deutschen Austropop erklären?

Das ist im Grunde genommen eine Form österreichischer Volksmusik, weil sie aus dem Volke kommt. Sie ist aber vom Country und Countryrock beeinflusst.

Was treibt Sie an, immer weiter zu machen?

Die Neugier. Wenn man seine Lieder selbst schreibt, braucht man immer Themen. Man muss wach durch die Welt gehen. Und wenn man sich für Sachen interessiert, dann gibt es auch Themen, an denen man sich reibt. Darüber muss man dann schreiben. Ein Liedermacher muss immer dort schreiben, wo es dem anderen weh tut und den Finger in die Wunde legen.

Ihr neues Album „Starkregen“ ist recht sozialkritisch. Muss Musik politisch sein?

Gute Musik war immer politisch. Die Bespaßung überlass ich Berufeneren. Ich war seit jeher jemand, der sich mit Themen auseinandergesetzt hat, die uns alle betreffen. Wenn einer sagt „Politik interessiert mich nicht“, dann interessiert er sich nicht fürs Leben.

An welche Musik denken Sie dabei noch?

Wenn man sich an die 70er und 80er Jahre erinnert, waren sehr viele Liedermacher kritisch. Auch zur Zeit des Vietnamkrieges hat es viele tolle Songs gegeben. Zum Beispiel von The Hollies: He ain´t heavy, he´s my brother. Das ist eigentlich ein Lied gegen den Krieg und das ist auch in Amerika ein Hit gewesen. Born in the USA von Bruce Springsteen ist auch so ein Song, der eigentlich ein Anti-Kriegs-Lied ist.

Welcher ist ihr Lieblingssong auf Ihrem neuen Album und warum?

Ich habe keinen. Mein Lieblingslied ist immer das, bei dem mir das Schreiben am schwersten fällt. Das ist wie mit Problemkindern. Die hat man besonders gern, weil man sie ins Leben führen will. Wenn ich irgendwie nicht weiterkomme mit einem Thema, dann verbeiße ich mich darin. Wenn das Album fertig ist, gibt es kein Lieblingslied mehr .

Singen Sie Ihrer Familie manchmal aus ihrem aktuellen Album vor?

Nein, das mache ich nicht.

An was denken Sie, wenn Sie an Salzburg denken?

An Nockerln. Das ist nach Vanillekipferln mein absolutes Lieblingsgericht. Ich esse immer zu viel davon, weil man die nicht klein machen kann. Ich würde mir wünschen, dass man ganz kleine Nockerln backen kann. Man bekommt immer so eine Riesenportion serviert. Ich habe schon selbst probiert, welche zu machen. Es ist mir nicht gelungen. Ich will immer in den Backofen schauen und dann fallen sie zusammen. Ich denke bei Salzburg auch an den Jedermann. Nockerln sind aber mein erster Gedanke.

Sie haben zur Eröffnung des zellamseeXpress gespielt. Kommen Sie auch mal zum Skifahren her?

Ich darf leider nicht auf die Bretteln anschnallen. Ich gehe im Mai auf Tournee und bin ich vertraglich verpflichtet, keine gefährlichen Sportarten auszuüben. Skifahren ist leider eine sehr gefährliche Sache geworden.

Christoph Laible
Christoph Laible
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