10.12.2019 06:09 |

Abschiebung erfolgt:

Für „Zia“ geht es um Leben und Tod

Sieben bewaffnete Polizisten klopften am Samstagabend an die Klosterpforten in Haindorf im Bezirk Krems. Ein 22-jähriger Afghane wurde dort festgenommen - und in der Nacht auf heute in sein Heimatland abgeschoben. „Sein sicherer Tod“, befürchten Freunde. Eine Rettungsaktion scheiterte noch am Montag.

„Erschießen Sie mich“, entgegnete Ziaulrahman Z. jenen Polizisten, die ihm am Samstagabend die Handschellen anlegten. Wohl wissend, was ihn bei der heutigen Abschiebung nach Afghanistan erwartet. Die Festnahme erfolgte im Klausurbereich des Klosters in Haindorf. Dort hatten die Schulschwestern dem Flüchtling eine Unterkunft gewährt, und er besuchte dort auch die Fachschule für Sozialberufe. Eine Ausbildung, die auch einen Lehrabschluss als Bürokaufmann beinhaltet. Aufgrund der aktuellen Verhandlungen zum Thema startete man in der Gemeinde einen Rettungsversuch und bat per E-Mail an den Innenminister um Aufschub der Abschiebung - erfolglos, wie sich noch am Montag herausstellte. „Die Ausbildung der Fachschule ist keine Lehre. Der Mann ist somit Schüler und nicht Teil der aktuellen Diskussionen. Wir haben uns hier an die Gesetze zu halten“, erklärt Alexander Marakovits, Sprecher des Innenministeriums.

Der Asylantrag des Mannes habe zudem alle Instanzen durchlaufen, heißt es. „Erfahren die Taliban, dass er in einer katholischen Einrichtung gelebt hat, wird er unverzüglich hingerichtet“, befürchten seine Freunde jetzt.

Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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