09.12.2019 13:29 |

„Brett vorm Kopf“

„Original Play“ ist Anwärter für Satirepreis

In der Wiener Urania wird am Freitag das Goldene Brett vergeben, ein Satirepreis für den größten unwissenschaftlichen Unfug des Jahres. Der Verein „Original Play“, in dessen Kursen fremde Erwachsene mit Kindern rangeln, hat Chancen auf das „Goldene Brett vorm Kopf“. Ein weiterer Hauptanwärter auf die Trophäe ist der deutsche Lungenfacharzt Dieter Köhler. Der Mediziner hatte eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er Feinstaub und Luftverschmutzung für wahrscheinlich harmlos erklärt.

Die breite Diskussion um den Einsatz des wissenschaftlich nicht anerkannten „Spielkonzepts“ der „International Foundation for Original Play“ in Kindergärten und Schulen in Deutschland und Österreich hat dem Verein wohl die Nominierung eingebracht. „Original Play“ werde „ohne wissenschaftliche Basis zum Allheilmittel für das Kind und sogar zum ,spirituellen Ausdrucksmittel‘ erklärt“, heißt es in der Begründung für die Nominierung. Anstatt die These psychologisch oder pädagogisch zu untermauern, werde bloß auf „Natürlichkeit“ und die „Gnade Gottes“ verwiesen.

Per Anwalt gegen Homöopathie-Kritiker
Auch die deutsche Homöopathie-Firma Hevert hat Chancen auf den Negativpreis. Diese geht laut der Skeptiker-Vereinigung GWUP (Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften), die den größten wissenschaftlichen Unfug des Jahres küren lässt, per Anwalt gegen Homöopathie-Kritiker vor. In Abmahnungen wurden diese aufgefordert, die Behauptung zu unterlassen, Homöopathie sei nicht über den Placeboeffekt hinaus wirksam. Andernfalls drohe eine Strafe in Höhe von 5100 Euro.

Diese Vorgehensweise birgt für die GWUP eine „ernste gesellschaftliche Gefahr: Wenn wir rationale gesellschaftliche Diskussionen führen wollen, darf Wissenschaft nicht eingeschüchtert werden.“

Luftverschmutzung als harmlos dargestellt
Eine Stellungnahme, in der er Feinstaub und Stickoxide für wahrscheinlich harmlos erklärte, brachte dem deutschen Lungenfacharzt Dieter Köhler eine Nominierung für den Negativpreis ein. Mit seiner Erklärung, man sehe als Lungenfacharzt niemals Feinstaubtote, stelle er die gesundheitlichen Gefahren von Luftverschmutzung „auf wissenschaftlich unhaltbare Weise als harmlos dar“, meint die GWUP. Eine von ihr eingesetzte Jury hat die drei Finalisten aus Hunderten Nominierungen ausgewählt.

krone.at/Kronen Zeitung

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