04.12.2019 14:11 |

Mord an Georgier

Diplomatie-Krise zwischen Berlin und Moskau

Ein 40-jähriger Georgier wird am hellichten Tag in einem Berliner Park mit einem gezielten Kopfschuss getötet. Als Tatverdächtiger wird ein 49-jähriger Russe festgenommen. Sein Pass führt zu einer Einheit im Moskauer Innenministerium. Für die deutschen Ermittler deuten die Spuren auf eine Beteiligung des russischen Geheimdienstes an dem Mord im August dieses Jahres hin. Nun fordert die Regierung in Berlin die Ausreise zweier russischer Diplomaten aus Deutschland. Eine schwere diplomatische Krise bahnt sich an.

Mit der Ausweisung der beiden Botschaftsmitarbeiter reagiere man darauf, dass die russischen Behörden „trotz wiederholter hochrangiger und nachdrücklicher Aufforderungen nicht hinreichend bei der Aufklärung des Mordes mitgewirkt“ hätten, erklärte das Außenministerium. Die Generalbundesanwaltschaft übernahm unterdessen die seit August in Berlin laufenden Ermittlungen im Mordfall. Zuständig ist die Bundesanwaltschaft nur dann, wenn es den konkreten Verdacht gibt, dass der Geheimdienst einer fremden Macht hinter einer Tat steht.

Tatverdächtiger schweigt
Das Mordopfer hatte nach verschiedenen Medienberichten Anfang der 2000er-Jahre auf der Seite muslimischer Tschetschenen gegen Russland gekämpft. Auf den Mann soll es im Mai 2015 in der georgischen Hauptstadt Tiflis schon einmal einen Mordanschlag gegeben haben, den er verletzt überlebte. Nach seiner Flucht aus Georgien stellte der Mann in Deutschland einen Asylantrag. Dort lebte er seit 2016.

Kreml: „Das ist eine absolut haltlose Spekulation“
Der Kreml dementiert jegliche Verwicklung in den Vorfall und sieht sich nun „gezwungen, eine Reihe von Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen“. Dies teilte das russische Außenministerium am Mittwoch mit. „Das ist eine absolut haltlose Spekulation“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. „Dieses Thema wird von den deutschen Medien irgendwie aufgebauscht. Aber das bedeutet nicht, dass die Dinge so gelaufen sind.“ Er glaube nicht, dass es ernsthafte Verdachtsmomente einer Verwicklung der russischen Behörden gebe.

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