03.12.2019 11:51 |

Nach Schiffsunglück:

Rumänien will Lebendexporte in Drittländer stoppen

Nach dem verheerenden Schiffsunglück mit über 14.000 lebenden Schafen an Bord zieht die rumänische Regierung erste Konsequenzen. Nach einem Meeting mit den Tierschutzschutzorganisationen ARCA und Animals International sprach sich der rumänische Landwirtschaftsminister Adrian Oros für ein Aussetzen der Lebendexporte in Drittländer aus. Mittelfristig soll stattdessen gefrorenes Fleisch ausgeführt werden. „Vier Pfoten“ wertet diese Entscheidung als richtigen Schritt - auch für andere EU-Länder. Auch „Krone“-Tierexpertin Maggie Entenfellner zeigt sich begeistert.

„Dieser Entschluss von Rumänien, einer der größten Exporteure in der EU, ist ein bedeutendes Signal in Punkto Tierschutz. Andere EU-Mitgliedsstaaten müssen diesem Beispiel folgen. Tausende von Tieren leiden jeden Tag unter widrigen Transportbedingungen auf extrem weiten Stecken. Es ist dringend an der Zeit, wenn überhaupt, Fleisch anstelle von Schlachttieren zu exportieren“, sagt Martina Stephany, Direktorin der Nutztierabteilung bei “Vier Pfoten“.

Tierschützer protestierten geschlossen
Die Ankündigung des rumänischen Landwirtschaftsministers folgte nach friedlichen Protesten gegen Lebenstierexporte von lokalen und internationalen Organisationen, wie “Vier Pfoten“, ARCA, Animals International, Animal Society, Ethics and Future, FREE, Nima Sanctuary, Romanian Vegan Association und Agent Green, am 2.12. in Bukarest.

Folgen andere EU-Länder?
Die Tierschützer fordern darüber hinaus von allen EU-Mitgliedern die Auflösung aller bestehender Abkommen zum Export lebender Tiere in Drittländer sowie die Einführung einer Maximal-Transportdauer von acht Stunden. „Die Europäische Kommission ist hier dringend gefragt, schnell zu handeln - auch was die lückenlose Aufklärung dieser aktuellen Katastrophe und deren Konsequenzen betrifft“, so Stephany.

254 Schafe vor dem Tod gerettet
ARCA konnte in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und „Vier Pfoten“ 254 von den 14.600 verunglückten Schafen bergen. Mittlerweile sind über 70 der geretteten Schafe an ihren schweren Verletzungen gestorben. Tierärzte des rumänischen Veterinäramts behandeln derzeit die restlichen Schafe auf einer Farm. Ihre Zukunft bleibt weiterhin ungewiss.

Entenfellner: „Kein Tier darf lebend transportiert werden!“
„Krone“-Tierexpertin Maggie Entenfellner ist begeistert über den Vorstoß Rumäniens: „Seit Jahren fordere ich das Ende von Lebenstiertransporten. Denn sie sind grausam und sollten keinem Tier angetan werden. Rumänien macht es vor: Die Zukunft ist das Schlachten am Herkunftsort und der Transport von ausschließlich gefrorenem Fleisch.“ Rumänien ist mit zwölf Millionen Tieren nach Großbritannien und Spanien der größte Schaf- und Ziegenproduzent der EU. Jährlich werden rund 2,4 Millionen dieser Tiere exportiert - hauptsächlich in den Nahen Osten, die Golfregion und nach Nordafrika. Immer wieder verenden unzählige Tiere qualvoll auf diesen Transporten.

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