02.12.2019 09:08 |

Mitarbeiter gesucht

Arbeitsmarkt hinkt dem wachsenden Tourismus nach

Während sich Salzburgs Ski-Zentren in die Wintersaison feiern, schwitzt die Tourismus-Gastro kräftig. Zu Saisonstart fehlen immer noch 223 Köche und 185 Kellner! „Wenn wir nicht bald jemanden finden werden, müssen wir zusperren“, sagt Nina Kiefhaber, die das Café Kunstwerk in St. Michael im Lungau betreibt

Die schöne Nachricht zuerst: Heute, Montag, sollte eine Südströmung das Innergebirg teils in ein weißes Winterwunderland zaubern. Bilder von gut zehn Zentimeter Pulver und Sonnenschein auf den Bergen – das lässt die Online-Plattformen der Seilbahner heiß laufen.

Des einen Freud’, des anderen Leid: Zu Saisonstart fehlen im Tourismus heuer hunderte arbeitende Hände! Bereits Ende Oktober wurden über das AMS Salzburg 223 Köche und 408 Kellner händeringend gesucht. Das bringt Gastronomen wie Touristiker ins Grübeln.

Etwa Nina Kiefhaber, die seit 2018 das Café Kunstwerk in St. Michael im Lungau betreibt: „Nach monatelanger Suche über das AMS, Facebook und Co. habe ich erst am Dienstag meine zweite Mitarbeiterin gefunden“, sagt die 32-Jährige, die am Sonntag in die Saison gestartet ist, resignierend. Bitterer Nachsatz: „Wenn es künftig so weiter geht, müssen wir wohl zusperren“, so Kiefhaber.

Allein ist sie bei der oft mühsamen Suche nach geeigneten Mitarbeitern nicht. Auch in Kaprun wird kräftig um Köche, Kellner oder Rezeptionisten gebuhlt – das Tauern Spa allein sucht gar 25 Mitarbeiter! „Wir haben heuer groß ausgebaut, da müssen wir aufstocken“, sagt Geschäftsführer Karl Berghammer, der mehr als 200 Mitarbeiter führt. Am 13. Dezember startet im Zubau der Probebetrieb, 16 der 25 Mitarbeiter sind dafür bereits gefunden: „Für gute Fahrkräfte muss man sich ins Zeug legen, wir bieten neben Fünf-Tage-Woche auch Personalwohnungen, Schulungen und Spa-Nützung an“, so Berghammer.

Höheres Kontingent aus Drittstaaten gefordert

Tourismus-Expertin Petra Nocker-Schwarzenbacher kennt das Problem: „Die Branche ist stark wachsend, wir verzeichnen heuer ein Beschäftigungsplus von 3,9 Prozent. Das wirkt sich einfach am Arbeitsmarkt aus.“

Was aber kann der Branche auf Dauer helfen? „Für uns wäre wichtig, das Saisonnier-Kontinent für Mitarbeiter aus EU-Drittstaaten zu erhöhen. Und auch, die Rot-Weiß-Rot-Karte noch tourismusfreundlicher zu gestalten, damit wir diese Mitarbeiter leichter dauerhaft beschäftigen können“, so die Obfrau der Tourismus-Wirtschaft in Österreich. „Dafür werden wir uns in Wien einsetzen.“

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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