Fund aus Wikingerzeit

Mysteriöse Bootsgräber stellen Forscher vor Rätsel

Wissen
25.11.2019 09:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Zwei im Abstand von geschätzt 100 Jahren angelegte Bootsgräber aus der Wikingerzeit und ihre möglich Verbindung lässt jetzt norwegische Forscher rätseln. Bei Ausgrabungen in Vinjeora, rund 500 Kilometer nordwestlich von Oslo, waren die Archäologen auf die Gräber eines Mannes aus dem achten sowie einer Frau aus dem neunten Jahrhundert gestoßen.

Das Kuriose: Das Boot mit der Frau war in das etwas größere Bootsgrab des etwa 100 Jahre zuvor bestatteten Mannes eingelassen. „Ich kenne Funde von mehreren Bootsgräbern, die in einem Grabhügel lagen, aber ich hatte noch nie von einem Boot gehört, das in einem anderen Boot begraben wurde“, sagte Grabungsmitarbeiter Raymond Sauvage vom Museum der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU) der deutschen Nachrichtenagentur dpa.

Altes Grab 100 Jahre später wiederverwendet
Bootsgräber aus der Wikingerzeit wurden bereits häufiger im hohen Norden gefunden. Dieses sei jedoch speziell, sagte Sauvage. „Es ist besonders, weil wir zum ersten Mal wirklich klar sehen können, dass sie ein altes Grab wiederverwendet haben.“

Waren die Toten miteinander verwandt?
Generationen nach dem Tod des Mannes sei sein Grab dafür vorsichtig ausgehoben worden, um die Frau in ihrer besten Kleidung und mit Schmuck behangen in dem neuen Boot zu begraben. Womöglich seien die beiden verwandt gewesen, spekuliert Sauvage.

Erst kürzlich hatten norwegische Archäologen auf der Insel Edoya westlich von Trondheim mithilfe eines Georadars die Überreste eines Schiffs ausfindig gemacht, das vermutlich aus der Wikingerzeit stammt. In einer Mitteilung des Bezirks More und Romsdal hieß es, es sei zu früh, das Schiff genau zu datieren, aber es sei sicher mehr als 1000 Jahre alt.

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