Musiktheater Linz:

Tanzkunststück am Grat zwischen Mensch und Tier

„Es war immer mein Wunsch, in ’Le Sacre’ zu tanzen, nun tue ich es“, schwärmt Núria Giménez Villarroya, Mitglied des Ballettensembles am Musiktheater. Nicht irgendeine Rolle ist es geworden, sondern: „Ich tanze ein verwahrlostes Kind!“ Dafür arbeitete die 31-Jährige hart, versuchte, das Menschsein völlig neu zu denken.

Als Tänzerin ist Núria Giménez Villarroya viel in Bewegung. „Wir proben, trainieren jeden Tag bis zu acht Stunden“, berichtet sie. Derzeit tanzt sie eine der wichtigsten Rollen im bejubelten Doppelabend „Le Sacre du Printemps“, für den es aktuell Termine bis Jänner gibt.

Kind wie Hund
Villarroya ist „das Kind“. Dieser Part ist einer der schwierigsten in Igor Strawinskys revolutionärem Tanztheater, das Ballett-Chefin Mei Hong Ling - wie berichtet - eindrucksvoll auf die Bühne brachte und um historische Weltereignisse erweiterte: Ein Holocaust-Überlebender trifft auf ein Kind. „Es kam im KZ auf die Welt, wurde wie ein Hund gehalten“, erzählt Villarroya über die Biografie dieser Figur. „Es weiß nicht, ist es Mensch oder Tier?“

Schlüsselmomente
Ihre Aufgabe war es herauszufinden, wie sich diese unwissende, geschundene Figur bewegt. „Ich verbrachte viele Stunden alleine im Ballettsaal“, erinnert sie sich an die Probenzeit. „Ich wollte für mich entdecken, was so eine Kreatur denkt, fühlt.“ Das erste Berührtwerden von einem Anderen wurde zum Schlüsselmoment: „Durch Berührung wird dem Kind allmählich klar, dass es ein Mensch ist.“ So gelingt ihr das Tanzkunststück zwischen Mensch und Tier.
Die Katalanin machte zuerst Erfahrungen an deutschen Bühnen, zählt jetzt zum fixen Ensemble in Linz. Nun diese Traumrolle: „Die Story, die Musik - es ist so kraftvoll!“ 
www.landestheater-linz.at

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung 

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