Psychologen warnen

Shopping-Süchtige: Alter sinkt, Anzahl steigt

Einer von 20 Menschen ist kaufsüchtig, Tendenz steigend. Die Erkrankung an sich ist nichts Neues, jedoch hat sie die Möglichkeit des Online-Shoppings nun noch gefährlicher gemacht. Davor warnen Wissenschaftler, die vor kurzem eine Studie zum Thema Kaufsucht und Online-Shopping durchgeführt haben. Ihr Ziel: Dass diese psychische Erkrankung auch als solche anerkannt wird. 

Man kauft ein, weil man es braucht oder sich eine Freude mit etwas machen will. Nicht jedes erstandene Kleidungsstück wird oft getragen, bevor es im besten Fall in der Spendenbox oder auf der Tauschparty landet. Das ist in unserer „Wegwerf-Gesellschaft“ was Mode betrifft ein normales Verhalten. Menschen mit einer Kaufstörung verhalten sich anders: Sie haben einen unwiderstehlichen und identitätssuchenden Drang danach, Konsumgüter zu besitzen. Die erstandenen Stücke werden weder gebraucht, noch verwendet. Trotzdem kaufen sie meist mehr, als das Einkommen erlaubt.

Der Kauf dient in erster Linie dazu, die eigenen Emotionen zu regulieren: Um negative Gefühle loszuwerden, mit Selbstunterschieden umzugehen oder um Freude zu haben. Kurzfristig führt das Suchtverhalten zu angenehmen Gefühlen, langfristig jedoch in einen Teufelskreis : Man schämt sich, weil man so viel kauft. Man fühlt sich schlecht, wenn man es tut und wenn man es nicht tut. Kaufsüchtige leiden besonders häufig an Depressionen und Angstzuständen.

Durch das Online-Shopping-Angebot wird die Gefahr immens vergrößert. Einkaufen war früher zeitlich und örtlich begrenzt. Auch das Warenangebot war eingeschränkt. Das Internet hat das vn grundauf verändert. Die ständige Verfügbarkeit von Online-Shops, Apps und Hauszustellungen haben der Kaufsucht jedoch eine völlig neue negative Dimension gegeben.

Laut einer Studie zum Thema, die im „Comprehensive Psychiatry“-Journal veröffentlicht wurde, leidet einer in 20 Personen an Kaufsucht. Das Alter der Erkrankten sinkt stetig. Anders als bei Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht sehen sich die Betroffenen zudem weniger ernst genommen und verstanden. Das zeigt alleine der Umstand, dass die Kaufsucht offiziell noch immer nicht als psychische Erkankung gilt. Die Studienautoren erhoffen sich, dass sie mit ihren Ergebnissen zum Umdenken anregen können und bessere Therapien für Shoppingsüchtige etablieren können.

November 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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